Irina Mikitenko

| 29.09.2013 | Master-Weltrekord und Rang drei beim Berlin-Marathon



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Irina Mikitenko hat beim BMW Berlin-Marathon den Master-Weltrekord gebrochen und einen hervorragenden dritten Platz belegt. Die 41-jährige Läuferin der LG Eintracht Frankfurt lief bei dem World Marathon Majors (WMM)-Rennen 2:24:54 Stunden und verbesserte nebenbei auch ihre deutsche Jahresbestzeit.
   
Einmal mehr lief Irina Mikitenko ein starkes taktisches Rennen und ein sehr gleichmäßiges Tempo. Sie folgte nicht dem zu schnellen Anfangstempo ihrer Konkurrentinnen. „Ich habe mich am Anfang bewusst etwas zurückgehalten wegen des Windes. Vielleicht hätte ich noch schneller laufen können, aber ich freue mich natürlich sehr über diesen Master-Weltrekord“, sagte Irina Mikitenko, die die erste Hälfte in 1:12:24 Stunden lief und lange Zeit auf Rang vier lag. Doch nachdem die zuvor drittplatzierte Isabellah Andersson (Schweden) vor der 30-km-Marke aufgegeben hatte, lag Irina Mikitenko auf dem erhofften Podiumsplatz und verteidigte diesen ins Ziel.

„Master-Weltrekord und dritter Platz – was will man mehr“, sagte Irina Mikitenko, die den Weltrekord der Altersklasse ab 40 Jahre deutlich verbesserte. Die alte Marke war die Russin Lyudmila Petrova mit 2:25:43 vor fünf Jahren in New York gelaufen.

Schnellste Frau war in Berlin die Kenianerin Florence Kiplagat mit 2:21:13 Stunden, bei den Männern stellte ihr Landsmann Wilson Kipsang mit 2:03:23 einen Weltrekord auf.

Irina im Podcast


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| 24.02.2013 | Starke Aufholjagd in Tokio führt bis auf Rang drei



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Irina Mikitenko setzt ihre erfolgreiche Marathonkarriere auch als Master-Läuferin nahtlos fort. In ihrem ersten Rennen über die 42,195 km seit ihrem 40. Geburtstag hat sie sich gegen die deutlich jüngere Konkurrenz hervorragend geschlagen. Die Läuferin der LG Eintracht Frankfurt wurde beim Tokio-Marathon, der erstmals zu den World Marathon Majors (WMM) zählte, nach einem starken taktischen Rennen Dritte mit 2:26:41 Stunden.

„Als ich am Morgen sah, dass es windig ist, habe ich mich für ein taktisches und kein schnelles Rennen entschieden. Es ging mir nicht um die Zeit“, erklärte Irina Mikitenko, die praktisch durchweg auf sich alleine gestellt war. In der Kälte hatte sie dann frühzeitig Probleme mit der hinteren Oberschenkelmuskulatur und musste sogar einmal stehen bleiben. „Ich habe die Muskulatur gedehnt und massiert. Ich dachte mir, oh je, das passiert mir schon bei Kilometer 15. Aber danach ging es dann besser“, erzählte Irina Mikitenko, die die Halbmarathonmarke nach rund 1:13 Stunden auf Platz neun erreichte.

Danach startete Irina Mikitenko ihre Aufholjagd und lief die zweite Hälfte schneller als alle anderen. Während sie durchweg ein relativ konstantes Tempo rannte, wurden fast alle vor ihr laufenden Athletinnen langsamer. Am Ende konnte Irina Mikitenko noch einmal zulegen und sicherte sich damit Platz drei vor Albina Mayorova (Russland/2:26:51) und der Japanerin Yoshimi Ozaki (2:28:30). Schneller waren in Tokio am Sonntagmorgen nur die Äthiopierinnen Aberu Kebede (2:25:34) und Yeshi Esayias (2:26:01).

„Ich werde immer auf mein Alter angesprochen. Bin ich so alt? Ich fühle mich nicht anders als früher, als ich Mitte 20 war“, sagte Irina Mikitenko in Tokio. Entsprechend ist sie auch gelaufen – nur mit sehr viel mehr Erfahrung. „Mit meiner Platzierung bin ich wirklich sehr zufrieden. Wenn man mir das vorher prophezeit hätte, hätte ich gesagt: das ist gut! Was die Zeit angeht, hatte ich mir mehr erhofft“, erklärte die deutsche Marathon-Rekordlerin (2:19:19 Stunden).

Im Blick hatte sie natürlich auch den Master-Weltrekord der Russin Lyudmila Petrova, die vor fünf Jahren in New York 2:25:43 gelaufen war. Am Ende fehlten Irina Mikitenko 59 Sekunden für eine neue Bestzeit. Bei ihrem nächsten Marathon, den sie auf einer schnellen Strecke laufen möchte, will sie den Weltrekord brechen. „Die Strecke in Tokio ist in Ordnung, man könnte hier durchaus schnell laufen. Aber es war sehr windig und kalt.“

„Im Frühjahr werde ich nun bei einigen kürzeren Straßenläufen an den Start gehen und im Herbst folgt dann der nächste Marathon“, sagte Irina Mikitenko und fügte hinzu: „Die Weltmeisterschaften in Moskau sind in diesem Jahr kein Thema.“

Auf die Frage, ob sie als Master-Läuferin inzwischen lockerer oder anders an große Wettkämpfe herangeht, antwortete Irina Mikikenko: „Nein, ich gehe mit demselben Gefühl in die Rennen wie sonst auch. Ich mache keine halben Sachen. Wenn ich irgendwo starte, dann bin ich mit 100 Prozent Einsatz dabei. Genauso ist es auch im Training. Ich ärgere mich heute noch genauso wie früher, wenn es mal nicht so gut läuft. Das gehört einfach dazu. Wenn es anders wäre, würde ich Schluss machen.“

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| 20.02.2013 | „Ich will Japans Marathon-Begeisterung erleben“



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Irina Mikitenko (Eintracht Frankfurt) wird am kommenden Sonntag beim Tokio-Marathon an den Start gehen. Die 40-Jährige trifft bei dem erstmals zu den World Marathon Majors (WMM) zählenden Rennen auf starke Konkurrenz aus Äthiopien, Kenia und Japan. Interessant wird, ob Irina Mikitenko in Tokio den Masters-Weltrekord (ab 40 Jahre) brechen kann. Diese Zeit von 2:25:43 Stunden lief die Russin Lyudmila Petrova 2008 in New York. Vor ihrem Start gab Irina Mikitenko das folgende Interview:

Warum haben Sie sich in diesem Jahr für Tokio und gegen London entschieden?

Irina Mikitenko: Es war schon immer mein Traum, einmal in Japan bei einem bedeutenden Marathon zu starten. Ich hatte dabei auch schon länger vor, in Tokio zu laufen. Jetzt gehört das Rennen zudem zu den World Marathon Majors – das war ein Grund mehr, dort zu starten. Ich denke, die Stimmung an der Strecke wird ganz besonders gut sein. Denn Japan ist ein Marathon-Land. Ich will sehen, wie es ist, dort zu laufen und die Begeisterung erleben. Aber ich werde London auch ein bisschen vermissen.

Sind Sie schon einmal in Japan gestartet?

Irina Mikitenko: Ja, einmal – ich bin vor 20 Jahren beim Ekiden in Chiba gelaufen. Damals startete ich noch für Kasachstan.

Mit welchen Zielen gehen Sie an den Start?

Irina Mikitenko: Ich bin zunächst einmal gespannt auf die Strecke. Ich habe zwar Höhenprofile gesehen, aber man weiß deswegen trotzdem nicht genau, wie die Strecke wirklich aussieht. Das Feld ist stark, es sind gute Läuferinnen aus Kenia und Äthiopien im Rennen. Für mich gilt es jetzt in erster Linie fit und gesund zu bleiben bis zum Start. Ich habe in Spanien gut trainieren können, jedoch war die Umstellung zum kalten Wetter in Deutschland nicht ganz einfach. Aber diese Akklimatisierung war wichtig, und wir sind ganz bewusst schon zwei Wochen vor dem Tokio-Marathon aus Spanien nach Deutschland zurückgekehrt. Denn in Japan wird es auch kalt sein. Ich bin hier jetzt sehr vorsichtig und gehe nicht einmal zum Bäcker, um Brötchen zu kaufen. Denn ich will verhindern, dass ich mich irgendwo anstecke.

Der Masters-Weltrekord steht bei 2:25:43 Stunden – ist das ein Ziel in Tokio?

Irina Mikitenko: Diese Zeit ist machbar für mich – ich weiß aber nicht, ob das in Tokio klappt. Ich frage mich, warum der dortige Kursrekord bisher nur bei 2:25:28 Stunden steht. Vielleicht ist es nicht so einfach, dort schnell zu laufen. Wenn es mit dem Masters-Weltrekord in Tokio nicht klappt, dann werde ich im Herbst einen neuen Anlauf nehmen.

Haben Sie mit nunmehr 40 Jahren einen bestimmten Zeitpunkt für Ihr Karriereende vor Augen?

Irina Mikitenko: Nein, ich denke gar nicht daran, dass ich 40 bin. Die Knochen halten und alles läuft gut zurzeit. Wenn die Zahl 40 der einzige Grund sein soll, die Karriere bald zu beenden, dann werde ich weiter rennen. Wenn der Kopf allerdings sagt, ,nein, es reicht’ oder wenn ich keine Leistung mehr bringe, dann ist Schluss.

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