Irina Mikitenko

| 11.12.2012 | Zurück zu Eintracht Frankfurt



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Irina Mikitenko läuft ab 1. Januar 2013 in einem neuen Trikot: Die deutsche Marathon-Rekordhalterin wird zukünftig für Eintracht Frankfurt starten. „Ich freue mich, dass ich zum Ende meiner Karriere wieder zu dem Verein zurückkehren kann, bei dem ich in Deutschland meine Laufbahn begonnen habe“, erklärte Irina Mikitenko, die bereits zwischen 1999 und 2005 für Eintracht Frankfurt startete. In dieser Zeit zeigte sie über die Bahn-Langstrecken Weltklasseleistungen, jetzt kommt die 40-Jährige als zweifache World Marathon Majors (WMM)-Siegerin zurück zur Eintracht.

„Ich sehe bei Eintracht Frankfurt mittelfristig auch eine berufliche Perspektive für mich“, erklärte Irina Mikitenko, warum sie den SC Gelnhausen verließ. Denkbar ist, dass Irina Mikitenko nach dem Ende ihrer leistungssportlichen Karriere als Trainerin tätig wird, um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Auch ihr Ehemann und Coach Alexander Mikitenko wechselt zu Eintracht Frankfurt.

Zunächst allerdings will Irina Mikitenko noch spitzensportliche Schlagzeilen im Trikot von Eintracht Frankfurt schreiben. Im kommenden Jahr sind zwei Marathonrennen geplant. Anfang Januar wird Irina Mikitenko für ein mehrwöchiges Trainingslager nach Spanien reisen. Denkbar ist, dass sie im Laufe des Jahres 2013 versuchen wird, den Master-Weltrekord im Marathon zu brechen. Die schnellste Zeit einer 40-Jährigen steht bei 2:25:43 Stunden.

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| 14.08.2012 | Podcast: Irina Mikitenko in London



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Im Interview spricht Irina Mikitenko über den olympischen Marathon in London und ihre Zukunft. Die deutsche Rekordhalterin will weiter Marathon laufen und könnte sich vorstellen, 2013 den Masters-Weltrekord anzugreifen.

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| 08.08.2012 | Auf Risiko gelaufen, auf Rang 14 gelandet bei Olympia in London


Irina Mikitenko beim olympischen Marathon in London.
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In ihrem ersten olympischen Marathonrennen hat Irina Mikitenko in London am Sonntag den 14. Platz belegt. Das ist angesichts der hochkarätigen Konkurrenz mit praktisch allen derzeitigen Weltklasseläuferinnen eine gute Platzierung, auch wenn sich die Läuferin des SC Gelnhausen mehr erhofft hatte. Auf dem kurvenreichen Rundkurs durch die Londoner Innenstadt, der mit etlichen kleinen Anstiegen versehen und aufgrund des zeitweiligen Regens auch rutschig war, kam Irina Mikitenko nach 2:26:44 Stunden ins Ziel am Buckingham Palast. Die Wetterbedingungen waren bei rund 20 Grad Celsius trotz des mitunter starken Regens insgesamt gut für einen Meisterschafts-Marathon.

Bis kurz vor Kilometer 25 hatte die deutsche Marathon-Rekordlerin (2:19:19) und zweifache London-Marathon-Gewinnerin noch in der Spitzengruppe gelegen. Die Halbmarathonmarke hatte sie zuvor in 1:13:13 Stunden erreicht. Danach forcierten die favorisierten Kenianerinnen und Äthiopierinnen das Tempo deutlich, so dass die Gruppe auseinander riss.

„Es sind Olympische Spiele, deswegen bin ich auf Risiko gelaufen, als das Tempo vor der 25-km-Marke schneller wurde. Ich habe versucht mitzuhalten und meine Chance zu suchen. Leider hat es nicht gereicht. Die Strecke war sehr schwer mit den vielen Kurven und einigen rutschigen Kopfsteinpflasterpassagen – es war manchmal wie ein Stop and Go“, erklärte Irina Mikitenko. „Vielleicht hätte ich die Tempoverschärfung nicht so mitgehen sollen und hätte dann am Ende eine bessere Platzierung erreicht – aber hinterher weiß man das natürlich immer besser“, fügte sie hinzu. „Platz 14 ist sicher nicht das, was ich erreichen wollte, aber ich bin nicht unzufrieden.“

„Die Zuschauerunterstützung war sehr gut“, sagte Irina Mikitenko, die nun noch einige Tage in London bleiben wird und sich auch die Leichtathletik-Wettbewerbe im Olympiastadion sowie den Männer-Marathon am kommenden Sonntag anschauen wird. In der nächsten Zeit „will ich meine gute Form noch nutzen und bei dem einen oder anderen kürzeren Straßenlauf an den Start gehen“. Im nächsten Frühjahr wird dann voraussichtlich der nächste Marathon-Start auf dem Programm stehen.

Olympiasiegerin wurde in London die 24-jährige Äthiopierin Tiki Gelana, die in der olympischen Rekordzeit von 2:23:07 Stunden vor der Kenianerin Priscah Jeptoo (2:23:12) gewann. Auf Platz drei überraschte die Russin Tatyana Petrova-Arkhipova mit 2:23:29. Mit Rang vier musste sich dagegen die große Favoritin, Mary Keitany (Kenia/2:23:56), zufrieden geben.

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| 23.04.2012 | „Es gibt immer eine Chance“



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Mit einem siebenten Platz beim hochkarätig besetzten Virgin London-Marathon in 2:24:53 Stunden hat sich Irina Mikitenko gut geschlagen. Nach dem Rennen gab die Läuferin des SC Gelnhausen das folgende Interview.

Wie bewerten Sie Ihr Rennen in London, das auch eine Art Generalprobe für Olympia war?

Irina Mikitenko: Ich konnte nicht das laufen, was eigentlich möglich gewesen wäre. Ich hatte eine bessere Zeit erwartet. Deswegen bin ich etwas enttäuscht. Aber wenigstens war ich die beste nicht-afrikanische Läuferin, das war mir wichtig. Mir fehlte einfach die Kraft, deswegen war nicht mehr möglich. Ich musste 30 Kilometer alleine laufen und es war teilweise windig, da ist es dann schwer. Wenn man in London einmal aus der Führungsgruppe herausgefallen ist, dann ist man meist auf sich alleine gestellt. Das ist hier wie bei einem Meisterschaftsrennen. Andererseits ist es gerade deswegen auch ein wichtiger Test für Olympia.

Wer sind die Favoritinnen beim olympischen Marathon?

Irina Mikitenko: Natürlich sind die Kenianerinnen um Mary Keitany die Favoritinnen. Sie sind enorm stark zurzeit. Die Äthiopierinnen sind dagegen in Reichweite, mit ihnen kann ich kämpfen.

Sehen Sie noch eine Chance auf eine Medaille?

Irina Mikitenko: Wenn ich mir sage, ich habe keine Chance, dann fehlt mir die Motivation. Nur bei Olympia teilzunehmen, das brauche ich nicht. Ein Marathon bei Olympia hat immer seine eigenen Gesetze – da ist vieles möglich, wie wir zum Beispiel vor vier Jahren gesehen haben, als Constantina Dita gewann. Es gibt immer eine Chance.

Wie fühlen Sie sich jetzt nach dem Virgin London-Marathon mit Blick auf Olympia?

Irina Mikitenko: Die Beine wollten zwar nicht so richtig, aber sonst war alles okay. Ich bin ganz froh, dass ich mich nicht so kaputt fühle – das ist ein gutes Zeichen für Olympia. Ich hoffe, dass ich deswegen nicht so viel Zeit für die Regeneration benötige und bald wieder mit der neuen Marathon-Vorbereitung beginnen kann.

Wie sieht der Ablauf aus, bevor Sie nach London zurückkehren?

Irina Mikitenko: Ich werde mich jetzt rund zwei Wochen erholen und danach vielleicht noch bei einem kürzeren Straßenlauf starten. Mitte Mai fahre ich in ein erstes dreiwöchiges Höhentraining nach St. Moritz. Im Sommer folgt vor Olympia dort ein zweites Trainingslager.

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| 22.04.2012 | Beste nicht-afrikanische Läuferin im Londoner Topfeld



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Irina Mikitenko hat sich im hochkarätigsten City-Marathon des Jahres gut geschlagen. Die 39-jährige Läuferin des SC Gelnhausen kam beim Virgin London-Marathon als Siebente mit einer Zeit von 2:24:53 Stunden ins Ziel und war damit die beste nicht-afrikanische Läuferin in dem Topfeld. Bereits vor einem Jahr war Irina Mikitenko in London Siebente.

In der Anfangsphase des Rennens lief die deutsche Rekordhalterin (2:19:19 Stunden) neben Constantina Dita unmittelbar hinter den beiden Tempomacherinnen an der Spitze des Feldes. Die rumänische Olympiasiegerin fiel dann relativ schnell weit zurück. Als die Kenianerinnen vor der 10-km-Marke das Tempo erhöhten, konnte auch Irina Mikitenko den Kontakt zur Spitzengruppe nicht mehr halten.

In der Folge lief sie das Gros der Distanz alleine. Das Wetter war zwar insgesamt gut, jedoch war es teilweise windig. Das kostete Kraft. Zunächst war zwar die Schwedin Isabellah Andersson mit Irina Mikitenko zusammen, jedoch heftete diese sich nur an die Fersen der Deutschen und ließ sich ziehen ohne selbst Tempoarbeit zu leisten. Irina Mikitenko löste sich dann von ihr und erreichte die Halbmarathonmarke nach 72:01 Minuten. „Später habe ich gemerkt, dass Jessica Augusto nicht weit hinter mir war und ließ sie herankommen. Dadurch konnten wir uns zu zweit etwas unterstützen“, erzählte Irina Mikitenko, die sich dann auf der letzten Meile wieder von der Portugiesin lösen konnte – obwohl Augusto eigentlich zurzeit über die bessere Grundschnelligkeit verfügt. „Ich wollte unbedingt beste europäische Läuferin werden“, sagte Irina Mikitenko, die dann nach 2:24:53 Stunden im Ziel war.

Zufrieden war Irina Mikitenko in London jedoch nicht. „Ich hatte eine bessere Zeit erwartet und konnte leider nicht das zeigen, was ich erwartet hatte. Aber mir hat heute einfach die Kraft gefehlt.“ Die Kenianerin Mary Keitany gewann den Virgin London-Marathon in der Afrika-Rekordzeit von 2:18:37 Stunden.

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| 16.04.2012 | „London ist ein Heimspiel und ein idealer Olympia-Test“



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Irina Mikitenko wird am kommenden Sonntag beim Virgin London-Marathon an den Start gehen. Die 39-jährige Läuferin des SC Gelnhausen hat den hochkarätigsten City-Marathon der Welt bereits zweimal gewonnen (2008 und 2009). Am Ostersonnabend lief die deutsche Marathon-Rekordlerin (2:19:19 Stunden) ein überzeugendes Testrennen über 10 km und wurde in Paderborn mit 31:44 Minuten Zweite. Vor ihrer Rückkehr in die britische Metropole gab Irina Mikitenko das folgende Interview:

Nirgendwo anders sind Sie so oft Marathon gelaufen wie in London. Am Sonntag starten Sie zum fünften Mal dort. Ist das inzwischen schon eine Art Heimspiel?

Irina Mikitenko: Ja, der Virgin London-Marathon ist in der Tat ein Heimspiel für mich. Es gibt immer Wettkämpfe, die man besonders gerne macht – das Rennen in London gehört dazu. Es ist der Marathon, bei dem ich alles kenne. Ich weiß im Detail, wie die Tage vor dem Rennen ablaufen und kann mich darauf verlassen, dass der Marathon perfekt organisiert ist. Zudem habe ich natürlich sehr schöne Erinnerungen an London, denn hier habe ich 2008 meinen ersten Marathonsieg gefeiert. Auch viele  Zuschauer kennen mich. Jedes Jahr werden es mehr und mehr, die mich persönlich anfeuern. Und schließlich passt mir auch das Klima sehr gut. Ich fahre deswegen immer mit einem guten Gefühl nach London.

In London ist die Konkurrenz so stark wie bei keinem anderen City-Marathon. Zehn Läuferinnen gehen mit Bestzeiten von unter 2:23 Stunden an den Start. Mit welchen Zielen gehen Sie in solch ein Rennen – wie werden Sie sich taktisch verhalten?

Irina Mikitenko: London ist in der Tat seit Jahren das bestbesetzte Rennen. Die Felder sind oft sogar besser als bei Welt- oder Europameisterschaften. Dort laufen wirklich die Besten. Am Sonntag geht es für viele Athletinnen um die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Und es gibt Länder, in denen eine Weltklassezeit von 2:21 Stunden nicht reichen wird für die Nominierung. Deswegen rechne ich mit einem schnellen Rennen. Ich will natürlich vorne mitmischen, aber ich weiß nicht, wie schnell es wirklich wird. Deswegen kann ich erst im Rennen entscheiden, wie ich mich taktisch verhalte und setze mir vorher auch kein bestimmtes Zeitziel. Mein Ziel ist es aber, die zweite Hälfte wieder schneller zu laufen als die erste.

Das heißt, es könnte sein, dass Sie sich zurückhalten, wenn es zu schnell wird?

Irina Mikitenko: Ja, das kann passieren. Ich habe schon oft gesehen, wie sich Läuferinnen kaputt rennen aufgrund eines zu hohen Anfangstempos. Es ist ein Rennen über 42 Kilometer und nicht über 21.

Wen sehen Sie als schärfste Konkurrentin?

Irina Mikitenko: Ich achte nie auf eine einzelne Konkurrentin. In den letzten Wochen haben sich nicht viele jener Läuferinnen bei einem Rennen gezeigt, die in London auf der Startliste stehen. Daher kann ich die Form der anderen nicht einschätzen. Die Kenianerinnen werden natürlich stark sein, aber sie laufen taktisch nicht immer geschickt – die Taktik spielt in einem Marathon eine wichtige Rolle.

Der London-Marathon ist fast wie ein Meisterschaftsrennen – ist das ein idealer Test für den Olympia-Marathon an gleicher Stelle im Sommer?

Irina Mikitenko: Ja, das ist in der Tat ein guter Test, denn wie in einem Meisterschaftsrennen ist man in London auf sich alleine gestellt. Es kann plötzlich alles ganz anders kommen als gedacht und dann muss man alles umwerfen während des Rennens. Aber es sind genau diese Herausforderungen, die ich mag.

Wie lief die Vorbereitung auf den London-Marathon?

Irina Mikitenko: Die gesamte Vorbereitung ist sehr gut gelaufen – ich war nicht verletzt und auch nicht erkältet. Dadurch hatte ich insgesamt zwei Wochen mehr Vorbereitungszeit als für den Berlin-Marathon im vergangenen Jahr, da mich damals zwischendurch eine Erkältung stoppte.

Sie waren im März vier Wochen im Höhentraining in Albuquerque (USA), wo auch die britische Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe trainierte. Sind Sie zusammen mit ihr gelaufen?

Irina Mikitenko: Ich habe Paula in Albuquerque getroffen und wir haben uns unterhalten. Aber es gab keine Gelegenheit für ein gemeinsames Training.

Dafür hatten Sie zum ersten Mal mit Fate Tola, die ebenfalls von Ihrem Mann trainiert wird, eine Trainingspartnerin in der entscheidenden Vorbereitungsphase.

Irina Mikitenko: Ja, das klappte sehr gut. Ich war anfangs etwas skeptisch, denn ich war es gewöhnt, alleine zu trainieren. Aber wir haben uns gegenseitig sehr gut geholfen. Fate hat immer eine sehr positive Einstellung, was wichtig ist in einer langen Trainingsphase. Sie hat alles mitgemacht. Wenn auf dem Trainingsplan ein Lauf stand mit einer Länge von 30 bis 32 Kilometern, dann ist sie 32 km gelaufen. Dass sie am vergangenen Sonntag den Wien-Marathon gewonnen hat, hat mich nicht überrascht.

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