Irina Mikitenko

| 25.11.2009 | Erkältung verhindert Start in Melbourne



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Aufgrund einer fiebrigen Erkältung wird Irina Mikitenko nicht am 29. November beim Great Australian Run an den Start gehen können. Die Läuferin des TV Wattenscheid musste von der Startliste des 15-km-Rennens in Melbourne gestrichen werden.

Irina Mikitenko bedauert, dass sie nicht nach Australien reisen konnte, nachdem sie kurz vor der geplanten Abreise eine fiebrige Erkältung bekam. „Ich hatte mich darauf gefreut, zum zweiten Mal in meiner Karriere in Australien starten zu können, denn ich habe sehr schöne Erinnerungen an die Olympischen Spiele in Sydney 2000“, sagte Irina Mikitenko, die damals im 5.000-m-Finale einen hervorragenden fünften Platz belegt hatte.

Der Great Australian Run wäre der erste Wettkampf seit ihrem zweiten Platz beim Bank of America Chicago-Marathon gewesen. Nach dem US-Rennen am 11. Oktober joggte sie zwar 13 Tage später locker beim Berliner Nike Human Race zum Sieg über 10 km in 34:56 Minuten, doch mit dem Training begann Irina Mikitenko erst Anfang November wieder. Jetzt muss sie krankheitsbedingt pausieren.

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| 03.11.2009 | Größter Vorsprung in der WMM-Geschichte


Familienfest in New York: Irina Mikitenko freut sich gemeinsam mit ihrem Mann Alexander und ihrem Sohn Alex über die WMM-Siegprämie. Die kleine Tochter Vanessa ist zu Hause in Deutschland geblieben.
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Mit dem größten Vorsprung, den je ein Läufer bei bisher drei abgeschlossenen Serien erreicht hat, hat Irina Mikitenko die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009 gewonnen. Die 37-jährige Athletin des TV Wattenscheid sammelte mit drei Siegen (London 2008 und 2009 sowie Berlin 2008) und einem zweiten Rang (Chicago 2009) 90 Punkte und hatte zum Abschluss der Serie gleich 50 Zähler mehr als die zweitplatzierte Äthiopierin Dire Tune. Es ist gut möglich, dass ein derartiger Vorsprung für längere Zeit einmalig bleibt. Vor einem Jahr hatte Irina Mikitenko in der bisher knappsten WMM-Entscheidung ebenfalls triumphiert: Damals war sie punktgleich mit Gete Wami (Äthiopien) auf Platz eins, lag jedoch bei der Berücksichtigung weiterer Faktoren (u.a. Anzahl der Rennen und Durchschnittszeit) vorne.

Neben dem größten und dem knappsten Vorsprung stellte Irina Mikitenko in der noch jungen WMM-Geschichte ein weiteres Superlativ auf: Sie ist die erste Läuferin, der ein zweiter WMM-Triumph gelang und sie ist nach wie vor die einzige nicht-afrikanische Siegerin. Gemeinsam mit Männer-Sieger Sammy Wanjiru (Kenia) wurde Irina Mikitenko am Montag in New York ausgezeichnet. Beide erhielten jeweils einen symbolischen Scheck über 500.000 US-Dollar – der WMM-Siegprämie.

„Ich freue mich riesig, dass ich ein zweites Mal die WMM-Serie gewonnen habe. Das ist ein mit großem Prestige verbundener Erfolg, denn man muss über zwei Jahre hinweg konstant bei den hochklassigsten und spektakulärsten Marathonrennen der Welt sehr erfolgreich sein. Das ist nicht einfach und ein solcher Erfolg kann nicht auf Zufall oder Glück basieren“, erklärte Irina Mikitenko im Rahmen der WMM-Ehrung im Central Park und fügte hinzu: „Unabhängig von meinen Siegen halte ich sehr viel von dem WMM-Konzept. Mit dieser Idee ist es den fünf Race-Direktoren gelungen, unseren Sport noch stärker in den Blickpunkt zu rücken und damit den Laufsport weiter zu entwickeln.“

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| 13.10.2009 | „Die Kinder sind happy über meinen zweiten Platz“



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Mit dem zweiten Platz beim Bank of America Chicago-Marathon setzte Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) am vergangenen Sonntag ihre Serie hochklassiger Marathon-Resultate fort. Von den fünf Rennen ihrer Karriere, die alle zu den World Marathon Majors gehörten, hat sie drei gewonnen und war zweimal Zweite. Nach dem Bank of America Chicago-Marathon gab Irina Mikitenko das folgende Interview:

Wie fühlen Sie sich nach dem zweiten Platz?

Irina Mikitenko: Ich glaube, ich brauche mich nicht zu verstecken. Ein zweiter Platz in Chicago, das ist schon etwas. Zugleich bin ich aber auch etwas enttäuscht, dass ich nicht gewonnen habe. Aber Liliya Shobukova war besser vorbereitet als ich.

Die Siegerin hatten Sie vorher als starke Konkurrentin genannt.

Irina Mikitenko: Ja, vor ihr hatte ich Respekt und mit ihr hatte ich gerechnet. Ich wusste: wenn sie am Ende noch vorne dabei sein sollte, dann ist sie schneller als ich.

Liliya Shobukova profitierte am Ende von ihrer sehr guten Grundschnelligkeit. Hätten Sie bei einem von vornherein deutlich schnelleren Tempo bessere Chancen gehabt?

Irina Mikitenko: Ich glaube schon, aber das Problem war zum einen, dass es extrem kalt war, so dass wir dadurch sehr langsam gelaufen sind. Hinzu kam, dass meine Vorbereitung dieses Mal kürzer war, also nicht ganz so gut wie sonst. Dadurch habe ich mich nicht getraut, das Tempo eher zu forcieren. Vielleicht war das ein taktischer Fehler, aber ich wusste nicht, ob es gut gehen würde. Auf den letzten zehn Kilometern habe ich es versucht, aber es reichte nicht mehr.

Die WMM-Serie 2008-2009 haben Sie gewonnen.

Irina Mikitenko: Ja, jetzt kann zu 100 Prozent nichts mehr passieren. Da freue ich mich natürlich sehr, denn das ist ein besonderer Erfolg. Die WMM kann man nur gewinnen, wenn man zwei Jahre lang Topleistungen gezeigt hat.

Was machen Sie jetzt als nächstes?

Irina Mikitenko: Wir haben einen Türkei-Urlaub gebucht und fahren in die Wärme ans Meer. Die Kinder freuen sich schon, sie haben nach dem Rennen von zu Hause aus angerufen und waren happy über meinen zweiten Platz. Sie haben ja auch mitbekommen, wie schwierig die Vorbereitung war.

Und welche Ziele haben Sie 2010?

Irina Mikitenko: Ich habe noch keine konkreten Pläne bezüglich des Frühjahrs, erst mal will ich mich ausruhen und regenerieren. Im Sommer kann ich mir vorstellen, bei der EM in Barcelona die 10.000 Meter zu laufen.

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| 12.10.2009 | Starker zweiter Platz im eiskalten Chicago


Irina Mikitenko rennt durch das eiskalte Chicago.
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Mit einem beachtlichen zweiten Platz meldete sich Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) beim hochkarätigen Bank of America Chicago-Marathon zurück. Die 37-Jährige war nach dem Tod ihres Vaters im Juli und einem daraus resultierenden Trainingsausfall noch nicht wieder so stark wie zum Beispiel bei ihrem deutschen Rekordlauf in Berlin 2008 (2:19:19). Doch nach einer schweren Zeit ist Rang zwei ein großer Erfolg. Lediglich die am Ende sehr starke Russin Liliya Shobukova, die in 2:25:56 Stunden gewann, war in Chicago noch etwas schneller als Irina Mikitenko, die bei eiskaltem Wetter nach 2:26:31 im Ziel war. „Ich glaube, ich brauche mich nicht zu verstecken. Ein zweiter Platz in Chicago, das ist schon etwas“, sagte Irina Mikitenko in einer ersten Reaktion. Kenias Olympiasieger Sammy Wanjiru gewann das Männerrennen in einer Kursrekordzeit von 2:05:41 Stunden.

Irina Mikitenko und Sammy Wanjiru stehen zudem nach dem Chicago-Marathon definitiv als Sieger der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009 fest. Sie teilen sich eine Prämie von einer Million US-Dollar. Die Ehrung erfolgt im Rahmen des New York-Marathons am 2. November, dem Tag nach dem Rennen durch Big Apple.

Das Frauenrennen begann bei Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt in Chicago mit einem sehr verhaltenen Tempo. Nach 18:22 Minuten erreichte die Spitzengruppe die 5-km-Marke und auch danach wurde es lange Zeit nicht wesentlich schneller. Die erste Hälfte war nach 1:15:04 Stunden gelaufen. Irina Mikitenko lief durchweg in der Führungsgruppe und ergriff dann rund 10 km vor dem Ziel die Initiative. Doch sie konnte sich nicht lösen, so dass auch bei Kilometer 40 noch vier Läuferinnen an der Spitze lagen. Neben der späteren Siegerin Shobukova und der Deutschen waren dies noch die Äthiopierin Teyba Erkesso sowie die Titelverteidigerin Lidiya Grigoryeva (Russland).

„Ich wusste, dass das jetzt mein Terrain ist“, erzählte die 31 Jahre alte Liliya Shobukova später. Die Russin ist mit einer 5.000-m-Bestzeit von 14:23,75 Minuten die viertschnellste Läuferin aller Zeiten über diese Distanz. Entsprechend stark war ihr Antritt, dem auch Irina Mikitenko nicht folgen konnte. Doch die Deutsche war immerhin am Ende schneller als die drittplatzierte Lidiya Grigoryeva (2:26:47) sowie die folgenden Teyba Erkesso (2:26:56),
Berhane Adere (Äthiopien/2:28:38) und Deena Kastor (USA/2:28:50). Die US-Rekordlerin, die sich bei Olympia 2008 einen Ermüdungsbruch im Fuß zugezogen hatte, lief ein gutes Marathon-Comeback und war bei Kilometer 30 noch in der Spitzengruppe.

Für den sportlichen Höhepunkt des Rennens in Chicago, das mit seinen rund 45.000 Meldungen auch zu den World Marathon Majors (WMM) gehört, sorgte der Olympiasieger: Sammy Wanjiru (Kenia) setzte sich auch bei seinem ersten Lauf in den USA durch und stellte mit 2:05:41 Stunden einen Streckenrekord auf. Fünfmal ist Sammy Wanjiru bisher Marathon gelaufen – viermal hat der erst 22-Jährige gewonnen, einmal war er Zweiter. Darunter sind Siege bei Olympia, in London sowie nun auch in Chicago. Auf der schnellen Strecke in den USA lag der Kenianer dabei lange Zeit auf Weltrekordkurs. Nach 62:01 Minuten war die erste Hälfte absolviert. Doch das Problem war dann, dass die Tempomacher nicht stark genug waren. Schon kurz nach Kilometer 25 ging der letzte von ihnen, Patrick Ivuti (Kenia), aus dem Rennen. Da lief Sammy Wanjiru gemeinsam mit seinen Landsleuten Vincent Kipruto und Charles Munyeki an der Spitze. Obwohl die drei zeitweilig sogar Trainingspartner sind, entwickelte sich nun ein taktisches Rennen, bei dem der Sieg und nicht mehr die Zeit im Mittelpunkt stand. Eine Reihe von deutlich langsameren Kilometern ließen den Weltrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien/2:03:59) schnell außer Reichweite rücken. Als dann Sammy Wanjiru bei 35 km das Tempo wieder forcierte, gewann er damit das Rennen und sicherte sich neben einer Siegprämie von 75.000 Dollar noch eine Kursrekordprämie von 100.000 Dollar. Mit einer starken Schlussphase schob sich Abderrahim Goumri (Marokko) in 2:06:04 noch auf Platz zwei vor Kipruto (2:06:08) und Munyeki (2:07:07).

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| 07.10.2009 | “Ich bin gespannt auf meine US-Straßenlauf-Premiere in Chicago“



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Am kommenden Sonntag wird Irina Mikitenko beim Bank of America Chicago-Marathon starten. Obwohl sie seit dem Flora London-Marathon Ende April bei keinem Wettkampf mehr an den Start gegangen ist, gehört die 37-Jährige Siegerin der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008 in Chicago zu den ganz großen Favoritinnen. Nach wie vor hält die Läuferin des TV Wattenscheid mit ihrer Londoner Zeit von 2:22:11 Stunden auch die Jahresweltbestzeit. Vor ihrem Rennen beim Bank of America Chicago-Marathon gab Irina Mikitenko das folgende Interview.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie zum ersten Mal bei einem US-amerikanischen Straßenrennen an den Start? Bisher sind Sie lediglich einmal, bei Olympia in Atlanta 1996, über 5.000 m in den USA gestartet.

Irina Mikitenko: Ich bin sehr gespannt auf diese Premiere in den USA. Ich freue mich darauf, in den USA zu laufen, denn dort gibt es sehr viele große und hochklassige Rennen. Zudem haben die Massen-Laufbewegung sowie die City-Marathonrennen in den USA ihren Ursprung. Spannend wird aber auch, wie ich bei einem solchen Rennen die Zeitumstellung verkrafte und wie alles andere dort funktioniert. Der Bank of America Chicago-Marathon ist bereits mein drittes von fünf verschiedenen Rennen der World Marathon Majors. Bisher bin ich in Berlin und London gelaufen, vielleicht kann ich in meiner Karriere bei allen fünf starten.

Die Läufe in Boston und New York sind im Gegensatz zu den anderen Strecken ziemlich hügelig. Würde Ihnen das liegen?

Irina Mikitenko: Ich laufe schon lieber flache Strecken, aber ich hoffe, dass ich in der Zukunft auch noch in Boston und New York starten kann.

War das Streckenprofil auch ein Grund dafür, dass Sie sich für Chicago und gegen New York entschieden haben?

Irina Mikitenko: Ja, das spielte eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Ich weiß, dass die Strecke in Chicago schnell ist. Und ich hätte nicht genügend Zeit gehabt, um mich auf eine schwere, hügelige Strecke wie New York vorzubereiten. Da hätte ich drei Wochen mehr gebraucht, um noch sehr viele Hügelläufe in das Training integrieren zu können.

Die Bedingungen im Trainingslager in St. Moritz waren hier wiederum entscheidend?

Irina Mikitenko: Das stimmt. Das Rennen in New York findet ja drei Wochen nach Chicago statt, so dass die Zeit theoretisch da gewesen wäre. Im Oktober jedoch wäre ein Höhentraining in St. Moritz aufgrund der Wetterbedingungen wohl nicht möglich gewesen. Ich war froh, dass ich jetzt noch bis Ende September dort in meinem gewohnten Trainingslager laufen konnte. Es wurde zwar morgens schon sehr kalt, aber insgesamt hat das Wetter noch mitgespielt. Ich war noch nie zu später Jahreszeit dort oben. Da beginnt ja bald die Skisaison!

Wie kam es nach dem Tod Ihres Vaters und dem daraus folgenden Startverzicht für den WM-Marathon zur Entscheidung, in Chicago Marathon zu laufen?

Irina Mikitenko: Ich hatte kurz vor der WM wieder angefangen richtig zu trainieren und habe zunächst ohne Druck geschaut, wie ich in Form komme. Dann bin ich am 30. August ins Höhentraining nach St. Moritz gefahren. Es lief dort von Woche zu Woche besser und deswegen reifte der Entschluss, in diesem Jahr noch ein großes Rennen zu laufen. Ich wollte einfach den Anschluss wieder herstellen. Wettkampfgeist und Motivation gehen schnell verloren, es ist schwer nach einer Pause wieder anzufangen. Und je länger man wartet, desto schwerer wird es. Es war nach dem Tod meines Vaters und der Trainingspause psychisch nicht leicht, wieder zu beginnen. Wir haben dann lange überlegt ob ich in Chicago starten soll oder nicht, denn es ist eine ganz schöne Herausforderung. Es ist ein großer Marathon mit starker Konkurrenz, bei dem sicher schnell gelaufen wird.

Wie ist Ihre Form, können Sie Trainingsleistungen vergleichen mit denen vor ihrem Start beim Berlin-Marathon 2008, als sie mit 2:19:19 Stunden einen deutschen Rekord aufstellten?

Irina Mikitenko: Ich konnte insgesamt in St. Moritz gut trainieren und die Form ist in Ordnung. Auch wenn verglichen zu anderen Marathon-Vorbereitungen etwas Zeit fehlte, hoffe ich, dass es ausreicht. Vergleiche sind allerdings nicht möglich, da der Trainingsaufbau aufgrund der kürzeren Vorbereitungszeit ganz anders aussah.

Wie lang war Ihr längster Trainingslauf jetzt verglichen zu früher und wie viele  Kilometer sind Sie maximal pro Woche gelaufen?

Irina Mikitenko: Ich bin jetzt maximal 32 Kilometer am Stück gelaufen, früher waren es auch schon einige Male 35. Eine kürzere Zeit bin ich auch jetzt 200 Kilometer pro Woche gelaufen, so wie früher. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Vorbereitungen habe ich dann jedoch in der letzten Phase wieder mehr Wert auf Qualität gelegt. Das heißt, ich bin schneller gelaufen, dafür aber nicht ganz so viele Kilometerumfänge. So waren es dann nur noch 180 km pro Woche.

Was ist Ihr Ziel in Chicago?

Irina Mikitenko: Es ist schwer vorherzusagen, was möglich ist. Aber wenn ich am Start eines großen Rennens stehe, möchte ich immer gewinnen und gebe alles, um das zu schaffen. Es sind einige sehr starke Läuferinnen am Start. Ich kann aber nicht so sehr nach den anderen schauen sondern muss mich auf mich selbst konzentrieren.

Wen schätzen Sie am stärksten ein?

Irina Mikitenko: Ich erwarte, dass die Russinnen sehr stark sein werden. Besonders gilt dies glaube ich für Liliya Shobukhova, die bereits in London im April im Rennen war und bei ihrem Debüt gleich Dritte wurde. Sie hat damals bei ihrem ersten Marathon sicherlich noch nicht ihr volles Leistungsvermögen zeigen können. Rechnen muss ich auch mit Teyba Erkesso, wobei die Äthiopierinnen immer schwer einzuschätzen sind. Und dann ist da auch noch die US-Rekordlerin Deena Kastor, deren Bestzeit von 2:19:36 nur unwesentlich langsamer ist als meine eigene. Für sie ist es natürlich eine Art Heimspiel.

Egal was passiert, die WMM-Serie 2008-2009 haben Sie praktisch schon gewonnen.

Irina Mikitenko: In der Serie gibt es noch zwei Rennen in diesem Jahr. Für mich steht jetzt erst mal der Lauf in Chicago an erster Stelle, um alles andere kümmere ich mich vorher nicht. Danach schaue ich dann auf die Punktewertung.

Sabrina Mockenhaupt erklärte in einem Interview mit ,Leichtathletik’, dass sie zukünftig bei internationalen Saisonhöhepunkten nicht mehr im Marathon an den Start gehen wird – wie sieht es bei Ihnen aus?

Irina Mikitenko: Der olympische Marathon 2012 in London bleibt ein ganz großes Ziel. Bei Olympia über die klassische Distanz zu laufen, ist etwas einmaliges. Auf den Marathon bei den Weltmeisterschaften in Daegu 2011 würde ich angesichts der extremen Hitze und Feuchtigkeit eher verzichten. Und auch ein Marathon-Start bei der EM im nächsten Jahr wird kein Thema sein. Denkbar ist aber, dass ich in Barcelona über 10.000 Meter antrete.

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| 16.09.2009 | Start beim Chicago-Marathon am 11. Oktober



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Irina Mikitenko wird am 11. Oktober beim Bank of America Chicago-Marathon an den Start gehen. Es wird ihr erstes Rennen sein seit dem Sieg beim Flora London-Marathon am 26. April. Die 37-jährige Läuferin des TV Wattenscheid hatte aufgrund des Todes ihres Vaters im Sommer auf den Start beim WM-Marathon in Berlin verzichtet, bei dem sie zu den Favoritinnen gehört hätte. Jetzt fühlt sich Irina Mikitenko wieder bereit für einen Marathon. Erstmals wird sie in ihrer Karriere bei einem US-amerikanischen Straßenlauf teilnehmen.

„Ich habe kurz vor der WM wieder angefangen richtig zu trainieren und habe ohne Druck geschaut, wie ich in Form komme. Dann bin ich am 30. August ins Höhentraining nach St. Moritz gefahren“, erzählt Irina Mikitenko, die noch mindestens bis Montag in der Schweiz bleiben möchte. „Möglichst will ich länger bleiben, aber das wird vom Wetter abhängen, denn morgens ist es jetzt schon ziemlich kalt hier. Es läuft von Woche zu Woche besser und ich hoffe, dass es in den nächsten drei Wochen so weitergeht.“

In Chicago wird Irina Mikitenko auf hochkarätige Konkurrenz treffen. Bei dem Rennen, das zu den World Marathon Majors (WMM) gehört, startet auch eine Läuferin, deren Bestzeit nur 17 Sekunden langsamer ist als ihr deutscher Rekord von 2:19:19. Es ist die US-Rekordlerin Deena Kastor (Bestzeit: 2:19:36), die beim olympischen Marathon 2004 eine Bronzemedaille gewann und in Chicago bereits vor vier Jahren einmal siegte. Unter vier weiteren Läuferinnen, die Bestzeiten von unter 2:26 Stunden aufweisen, ist auch die Russin Liliya Shobukhova. Sie lief beim Flora London-Marathon im April ein ausgezeichnetes Debüt in 2:24:24 Stunden und belegte damit Rang drei.

„Das starke Feld ist sicherlich eine Motivation für mich. Aber es ist aufgrund der etwas anderen Vorbereitung, die in Zusammenhang mit dem Tod meines Vaters steht, schwer vorherzusehen, was möglich sein wird. Ich werde ohne vorherigen Testwettkampf in diesen Marathon gehen. Aber wenn ich laufe, gebe ich immer mein Bestes“, erklärte Irina Mikitenko, die zurzeit rund 200 Trainingskilometer pro Woche auf gutem Niveau absolviert.

Erst einmal ist Irina Mikitenko in ihrer Karriere überhaupt in den USA gestartet: 1996 lief sie bei den Olympischen Spielen in Atlanta 5.000 m. Damals, kurz vor ihrer Ausreise nach Deutschland, startete sie noch für Kasachstan, stand am Anfang ihrer internationalen Karriere und verpasste das Finale. In Chicago ist sie nach drei Marathonsiegen in Folge (London und Berlin 2008 sowie London 2009) eine Favoritin.

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| 13.08.2009 | Irina Mikitenko nach ihrem WM-Startverzicht:
„Ich fühle mich erschöpft und leer“


Die Familie ist für Irina Mikitenko das wichtigste: Hier ist sie zusammen mit ihrem Ehemann Alexander sowie den Kindern Vanessa und Alexander.
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Der Tod ihres Vaters hat Irina Mikitenko aus der Bahn geworfen. Die zurzeit schnellste Marathonläuferin der Welt wird bei den Weltmeisterschaften in Berlin am 23. August nicht antreten. Am Tag ihres 37. Geburtstages hätte die Läuferin des TV Wattenscheid Chancen gehabt, ihre Karriere mit einer Goldmedaille zu krönen. Das deutsche Team hat damit eine der größten Hoffnungen auf einen WM-Triumph verloren.

Als Sie Ende Juni aus einem ersten Höhentrainingslager aus St. Moritz zurückkehrten, waren Sie noch guter Dinge. Was passierte dann?

Irina Mikitenko: „Ja, das erste Trainingslager in St. Moritz lief sehr gut, ich hatte Spaß am Laufen und war optimistisch. Aber dann musste mein Vater Anfang Juli mit einem akuten Lungenproblem ins Krankenhaus. Es ging ihm von Tag zu Tag schlechter, ich war jeden Tag bei ihm und nur mittags kurz zuhause, um den Kindern Essen zu kochen. Das tat meinem Vater gut, dass ich bei ihm war, das habe ich gesehen – und mir auch. Ich konnte schon damals nicht mehr richtig trainieren. Ich habe es früh morgens versucht, aber ich war so leer und kaputt. Es ging einfach nicht.“

Sie gingen aber damals noch davon aus, dass Sie bei der WM starten würden.

Irina Mikitenko: „Ich hoffte, dass es meinem Vater bald wieder besser gehen würde und ich dann wie geplant ins zweite Trainingslager nach St. Moritz fahren würde. Doch es ging ihm immer schlechter und er starb in der dritten Juli-Woche. Mein Vater war der wichtigste Mensch für mich. Ihm habe ich auch zu verdanken, dass wir 1996 aus Kasachstan überhaupt nach Deutschland gekommen sind. Dass er tot ist, kann ich immer noch nicht begreifen, er fehlt mir sehr. Es ist die schwierigste Zeit in meinem Leben.“

Sie sind dann trotzdem noch einmal nach St. Moritz gefahren.

Irina Mikitenko: „Ja, ich war noch einmal neun Tage in St. Moritz mit meiner Familie und meiner Mutter. Ich habe alle anderen beim Training gesehen und bin auch selbst wie automatisch zum Laufen gegangen. Aber es machte keinen Sinn, ich fühle mich erschöpft und leer. Ich hatte mich sehr auf die WM gefreut und habe mich nach dem London-Marathon nur auf diesen Start vorbereitet und alle anderen Startangebote abgelehnt. Aber die Familie ist für mich viel wichtiger als alles andere. Mein Vater war immer stolz auf mich … ich werde weiterlaufen.“

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| 23.06.2009 | Spaß am Laufen in St. Moritz



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Im Höhentrainingslager in St. Moritz läuft für Irina Mikitenko alles nach Plan. Seit dem 7. Juni trainiert die 36-Jährige in der Schweiz, um sich dort für den WM-Marathon in Berlin am 23. August vorzubereiten. „Es geht mir gut, ich habe Spaß am Laufen“, sagt Irina Mikitenko. Dieses erste Trainingslager in St. Moritz endet nach 18 Tagen.

„Danach bin ich drei Wochen zu Hause und anschließend wiederum drei Wochen in St. Moritz. Wenn ich dann zurückkomme, ist es nicht mehr lange bis zum WM-Rennen“, sagt Irina Mikitenko, die auch während des Trubels um Boris Beckers Hochzeit in St. Moritz war. „Da war einiges los hier. Aber unsere Trainingswege im Wald haben sie nicht benutzt, da hatten wir unsere Ruhe!“

Zweimal am Tag trainiert Irina Mikitenko in St. Moritz. Dabei kommen jetzt zwischen 180 und 190 Kilometer pro Woche zusammen. Zurzeit steht dabei noch der Kraft-Ausdauerbereich im Vordergrund, so dass auch leichte Bergläufe in das Training integriert werden. „Die intensiveren Trainingseinheiten mit Tempoläufen auf der Bahn folgen im nächsten Abschnitt“, erklärt Irina Mikitenko, die mit ihrem Mann und Trainer Alexander und ihrer Tochter in St. Moritz ist. Ihr schulpflichtiger Sohn musste zu Hause bleiben und wohnt währenddessen bei ihrer Mutter.

Das Wetter ist zurzeit in St. Moritz gut für das Training. „Wir haben rund 20 Grad und nur Sonne“, berichtet Irina Mikitenko. „Irgendwann in der nächsten Zeit wird es sicherlich wärmer, dann kann ich mich vielleicht etwas auf ein mögliches Hitzerennen in Berlin vorbereiten.“

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| 15.05.2009 | Europas Leichtathletin des Monats



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Der Europäische Leichtathletik-Verband (European Athletics) hat Marathonläuferin Irina Mikitenko und den Diskus-Olympiasieger Gerd Kanter (Estland) als Athleten des Monats April ausgezeichnet. Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) gewann im April den Flora London-Marathon in einer Jahresweltbestzeit von 2:22:11 Stunden, nachdem sie bei dem Rennen bereits im Vorjahr überraschend triumphiert hatte.

Die aus Kasachstan stammende Athletin, die im vergangenen September den real,- Berlin-Marathon in der deutschen Rekordzeit von 2:19:19 Stunden gewonnen hatte, hat sich als Nummer eins im Marathon etabliert. In der aktuellen World Marathon Majors (WMM)-Serie führt sie mit einem großen Vorsprung von 35 Punkten. Damit ist sie die klare Favoritin auf den Jackpot von einer halben Million Dollar.

Die 36-Jährige, die bei Olympia in Sydney 200 Rang fünf über 5.000 m belegt hatte, wird bei den Weltmeisterschaften in Berlin im August an den Start gehen. Nach ihrem zweiten London-Marathon-Sieg gehört sie zu den großen Favoritinnen vor heimischem Publikum.

Es ist eine weitere Ambition von Irina Mikitenko ihr Trainings-Know-how auch den Breitensportlern und ambitionierten Läufern zur Verfügung zu stellen. Deswegen kooperiert sie seit kurzem mit dem Schweizer Online-Trainingsplaner VICSYSTEM.COM. Läufer erhalten hier entsprechend ihres Leistungsvermögens und ihrer Ziele individuelle Trainingspläne.

Bei der Wahl zur europäischen Leichtathletin des Monats belegten hinter Irina Mikitenko die Olympia-Zweite Kjersti Tysse Plaetzer (Norwegen/20 km Gehen) und die polnische Stabhochspringerin Sonia Grabowska die nächsten Plätze. Die Wahl wird seit Januar 2007 durchgeführt und soll herausragende Leistungen europäischer Athleten würdigen. European Athletics stellt die Sieger monatlich auf der Webpage des Verbandes vor. Bei der Abstimmung nehmen Leser der Internetseite, Medienvertreter sowie ein Expertengremium des europäischen Verbandes teil. Die Ergebnisse der drei Gruppen gehen zu jeweils 33,3 Prozent in die Wertung ein.

Weitere Informationen online unter: www.european-athletics.org

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| 28.04.2009 | „Jetzt hoffe ich auf eine WM-Medaille“


Irina Mikitenko mit der Siegertrophäe vor der Londoner Tower Bridge.
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Nach ihrem zweiten Sieg in Folge beim Flora London-Marathon hofft Irina Mikitenko nun auf eine Medaille beim Weltmeisterschafts-Marathon in Berlin am 23. August. Mit der zweitbesten Zeit ihrer Karriere von 2:22:11 Stunden hat sich die Athletin des TV Wattenscheid auch in der Jahresweltbestenliste an die Spitze gesetzt. Nach dem Flora London-Marathon gab Irina Mikitenko das folgende Interview.

Mit etwas Abstand zu Ihrem Sieg am Buckingham Palast – wie fühlen Sie sich jetzt, realisieren Sie den Erfolg jetzt erst richtig?

Irina Mikitenko: „Ich bin immer noch sehr glücklich und so aufgewühlt, dass ich in der Nacht nach dem Rennen viel schlechter geschlafen habe als in der Nacht zum Rennen. Der zweite Sieg in London bedeutet mir sehr viel. Denn als Titelverteidigerin an den Start eines so großen Marathons zu gehen, das ist mental keine einfache Sache. Ich wusste nicht so richtig, wie man da am besten herangeht, denn so eine Situation hatte ich noch nicht. Ich habe mich gefragt, was ist, wenn ich ,nur’ Zweite werde? Dabei ist ja in London auch ein dritter Platz ein tolles Ergebnis. Der Sieg in einer solchen Situation gibt mir viel Selbstvertrauen, auch im Hinblick auf die WM.“

Waren Sie überrascht, dass Läuferinnen wie Constantina Dita, Catherine Ndereba, Gete Wami und Berhane Adere zu keiner Zeit in der Spitzengruppe liefen?

Irina Mikitenko: „Ja, das war ich. Denn ich hatte sie alle in der Führungsgruppe erwartet. Ich hatte mit einem ähnlichen Rennen wie 2008 gerechnet, als alle Favoritinnen vorne dabei waren.“

Hatten Sie nach dem Rennen gleich Kontakt mit Ihren Kindern, Alexander und Vanessa?

Irina Mikitenko: „Meine Eltern haben zu Hause zusammen mit meinen beiden Kindern das Rennen im Fernsehen angeschaut. Ich glaube, sie saßen schon seit Samstagabend vor dem Fernseher, um nichts zu verpassen … Unmittelbar nach dem Ziel haben sie SMS geschickt und später haben wir über Skype telefoniert und uns dadurch auch sehen können. Sie freuen sich alle riesig über diesen Sieg. Meine kleine Tochter hatte mir gesagt, Mama, lauf schnell, damit Du schneller wieder nach Hause kommst. Dann war sie enttäuscht, dass ich trotzdem länger bleiben musste, weil ich am Montag erst noch PR-Termine wahrnehmen musste und dadurch erst abends zurückfliegen konnte.“

Wie bereiten Sie sich jetzt auf den WM-Marathon vor?

Irina Mikitenko: „Bis zu den Weltmeisterschaften bleibt für ein Marathontraining gar nicht so viel Zeit. Ich mache jetzt zwei Wochen Pause, um mich zu erholen und dann beginnt die Vorbereitung für Berlin. Leider bleibt voraussichtlich gar keine Zeit, um im Frühjahr weitere Wettkämpfe zu rennen. Das ist schade, denn die Form wäre ja da. Aber die WM hat Priorität. Wahrscheinlich  wird der WM-Marathon mein nächstes Rennen sein. Die Trainingsplanung für die WM wird so aussehen wie im vergangenen Jahr. Ich werde wieder in St. Moritz trainieren. Aber ich will versuchen, die Trainingsumfänge noch etwas zu steigern. Meine größte Angst ist die eventuelle Hitze in Berlin bei der WM, denn ich bin keine Hitzeläuferin. Ganz schlimm ist es im Marathon, wenn die Sonne scheint. Aber trotzdem hoffe ich, dass ich eine WM-Medaille gewinnen kann. Dass ich nach dem London-Sieg zu den Favoritinnen gehöre, behagt mir nicht – aber andererseits habe ich gezeigt, dass ich auch mental stark bin und damit umgehen kann.“

In der WMM-Wertung sind Sie mit klarem Vorsprung Erste, Sie haben die Maximalpunktzahl von 75 aus drei Läufen – wie bewerten Sie Ihre Chancen, als erste Läuferin zum zweiten Mal den Jackpot zu knacken?

Irina Mikitenko: „In der WMM-Serie habe ich jetzt sicher eine sehr gute Position. 35 Punkte Vorsprung noch aufzuholen, wird für die anderen Läuferinnen sehr schwer, zumal ich ja auch noch einen Lauf in die Wertung einbringen kann. Die Chancen stehen ausgezeichnet für mich, aber man soll natürlich niemals nie sagen.“

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| 26.04.2009 | Zweiter Triumph beim London-Marathon


Irina Mikitenko sagt wo es lang geht in London: Hier läuft sie vor Mara Yamauchi und Zhou Chunxiu (rechts).
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Irina Mikitenko hat in beeindruckender Manier zum zweiten Mal in Folge den Flora London-Marathon gewonnen. Die 36-jährige Läuferin triumphierte beim hochkarätigsten Cityrennen des Jahres über die klassische Distanz in der Jahresweltbestzeit von 2:22:11 Stunden vor der überraschend starken Britin Mara Yamauchi (2:23:12) und der russischen Debütantin Liliya Shobukova (2:24:24). Es ist die zweitschnellste Zeit der deutschen Rekordlerin (2:19:19) aus Freigericht (Hessen), die nach ihrem ersten Marathon (Zweite in Berlin 2007) alle folgenden drei Läufe über die 42,195 km gewonnen hat.

London bietet offenbar das perfekte Pflaster für Irina Mikitenko. Dreimal ging die deutsche Marathon-Rekordlerin bisher bei einem Straßenrennen in der britischen Metropole an den Start, dreimal hieß die Siegerin Irina Mikitenko. Am Sonntag ließ die Läuferin des TV Wattenscheid sowohl die Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien) als auch die Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) hinter sich. Zwischen diesen beiden Siegen war sie an der Themse auch bei einem 10-km-Straßenlauf nicht zu schlagen.

Mit dem zweiten Erfolg in London ist Irina Mikitenko nun in der Favoritenposition für den Weltmeisterschafts-Marathon in Berlin am 23. August, dem Tag ihres 37. Geburtstages. „Ich bin überglücklich, in London gewonnen zu haben, aber die Rolle der WM-Favoritin gefällt mir gar nicht“, sagte Irina Mikitenko, die auch in London im Vorfeld mit einer deutlich höheren Erwartungshaltung zurecht kommen musste. „Das zweite Mal in London zu gewinnen, war schwerer als der Sieg vor einem Jahr, denn ich stand doch ziemlich unter Druck.“

Favoritin ist Irina Mikitenko nun auch in der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009. Nachdem sie im vergangenen Herbst bereits die Zwei-Jahres-Wertung 2007-2008 gewonnen hatte, führt sie nun mit der Maximalpunktzahl von 75 aus drei Rennen
(Siege in London 2008 und 2009 sowie Berlin 2008) und hat bereits 35 Zähler Vorsprung. Hier geht es um eine Prämie von 500.000 Dollar. Auch bei den Männern führt in der WMM-Serie der London-Sieger mit einem schon vorentscheidenden 35-Punkte-Vorsprung: Olympiasieger Sammy Wanjiru hat 65 Zähler.

80.000 Dollar an Sieg- und Zeitprämien verdiente Irina Mikitenko sich für ihren souveränen Erfolg in London, bei dem sie frühzeitig das Geschehen dominierte. Während die deutsche Titelverteidigerin die Halbmarathonmarke an der Tower Bridge nach 1:10:53 Stunden gemeinsam mit der überraschend starken Britin Mara Yamauchi und der chinesischen London-Marathon-Siegerin des Jahres 2007, Zhou Chunxiu, erreichte, lagen Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) und Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien) bereits mit über einer Minute zurück. Sie konnten Irina Mikitenko zu keiner Zeit gefährden. Anders sah das mit Mara Yamauchi aus. Nachdem die Olympia-Dritte Chunxia nach 28 km zurückgefallen war, leistete die Britin, die in Peking Rang sechs belegt hatte, starke Gegenwehr und ließ sich nicht so leicht abschütteln. „Ich wusste, dass Mara 2:22 Stunden laufen wollte, aber ich dachte mir, dass ich sie gegebenenfalls in einem Schlussspurt schlagen könnte“, sagte Irina Mikitenko, die über eine deutlich bessere Grundschnelligkeit verfügt als die Britin. Zwischen Kilometer 35 und 40 fiel die Entscheidung zugunsten von Irina Mikitenko, die am Ende noch einen Vorsprung von gut einer Minute auf Yamauchi (2:23:12) herauslief. Dritte wurde überraschend die russische Debütantin Liliya Shobukova in 2:24:24.

„Ich musste immer das Tempo an der Spitze hoch halten, damit die Verfolgergruppe nicht mehr herankommen konnte. Das war nicht leicht, denn auf der zweiten Hälfte hatten wir auch Gegenwind“, sagte Irina Mikitenko, der in London als erste Frau seit Paula Radcliffe (Großbritannien) eine Titelverteidigung gelang. Die Weltrekordlerin hatte 2002 und 2003 gewonnen. Mikitenko könnte nun im nächsten Jahr den London-Rekord von Katrin Dörre-Heinig einstellen: Die einzige andere deutsche Siegerin des Rennens an der Themse gewann von 1992 bis ’94 dreimal in Folge.

Für ein hochkarätiges Ergebnis sorgte im Rennen mit 36.000 Läufern der Olympiasieger: Sammy Wanjiru (Kenia) gewann nach einem spannenden Zweikampf mit Tsegay Kebede mit zehn Sekunden Vorsprung in 2:05:10 Stunden vor dem Äthiopier. Damit stellte der erst 22-jährige Wanjiru einen Streckenrekord auf und lief die neuntschnellste Zeit aller Zeiten. Dritter wurde Jaouad Gharib (Marokko) in 2:05:27.

Ergebnisse:

1. Irina Mikitenko

GER

2:22:11

2. Mara Yamauchi

GBR

2:23:12

3. Liliya Shobukova

RUS

2:24:24

4. Svetlana Zakharova

RUS

2:25:06

5. Berhane Adere

ETH

2:25:30

6. Inga Abitova

RUS

2:25:55

7. Catherine Ndereba

ETH

2:26:22

8. Tomo Morimoto

ETH

2:26:29


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| 23.04.2009 | „Ich habe gut trainiert und will in London gewinnen“


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Am kommenden Sonntag startet Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) als Titelverteidigerin beim Flora London-Marathon. Die Konkurrenz könnte kaum hochkarätiger sein, denn alle drei Medaillengewinnerinnen des olympischen Rennens von Peking sind am Start: Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien/Bestzeit: 2:21:30), die Silbermedaillengewinnerin Catherine Ndereba (Kenia/2:18:47), die zugleich Weltmeisterin ist, und die drittplatzierte Chinesin Zhou Chunxiu (2:19:51), die an der Themse vor zwei Jahren gewonnen hatte. Gemessen an der persönlichen Bestzeit, die in einem solchen Rennen aber nur bedingt aussagekräftig sein kann, ist Irina Mikitenko mit ihrem deutschen Rekord von 2:19:19 die Nummer zwei im Feld.


Mit welchen Zielen gehen Sie beim Flora London-Marathon an den Start?

Irina Mikitenko: Meine Einstellung ist bei jedem Rennen gleich: Ich möchte immer gewinnen – auch am Sonntag. Ich weiß, dass der Flora London-Marathon ein schweres und hartes Rennen wird, aber ich habe mich darauf eingestellt. An den Start zu gehen und zu sagen, vielleicht werde ich Dritte oder Vierte, das ist nicht mein Ding. Ich weiß, dass ich gut trainiert habe und werde mein Bestes geben.

Zu ihren Gegnerinnen gehören am Sonntag unter anderen alle drei Marathon-Medaillengewinnerinnen der Olympischen Spiele von Peking. Was für eine Art von Rennen erwarten Sie?

Irina Mikitenko: Das Frauen-Elitefeld in London ist sicher eines der besten, das es bei einem City-Marathon bisher gegeben hat. Es sind eine ganze Reihe von sehr starken Läuferinnen dabei. Da zuletzt keine von meinen Konkurrentinnen in einem Wettkampf gestartet ist, kann ich nicht sagen, wer am besten in Form ist und die stärkste Gegnerin sein könnte. In London weiß man nie, was kommt: Letztes Jahr habe ich ein schnelles Rennen erwartet, es wurde dann ein taktisches. Man muss für beides bereit sein, wobei ich hoffe, dass es schneller wird als das der Frauen am Montag in Boston. Wenn es taktisch werden sollte, muss man überlegen, wie man sich verhält und wann es clever ist, die Initiative zu ergreifen.

Stehen Sie als Vorjahressiegerin unter spürbar größerem Druck, können Sie noch gut schlafen?

Irina Mikitenko: Die Erwartung ist sicherlich größer als vor einem Jahr – aber das kommt auch von mir selbst und aus meinem Umfeld. Ich lasse mich aber nicht unter Druck setzen. Ich kann auch noch sehr gut schlafen. Was mir hilft ist, dass ich weiß, was in London auf mich zukommt. Im letzten Jahr war alles neu für mich – von den Meilen-Streckenschildern bis zu den Verpflegungspunkten. Beim zweiten Start ist es immer einfacher. Ich freue mich auf den Flora London-Marathon.

Sie führen auch nach dem Boston-Marathon weiterhin in der dritten World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009. Wie genau beobachten Sie die Punktewertung?

Irina Mikitenko: Ich denke nicht so sehr an die WMM, denn ich muss jetzt erst einmal einen guten Wettkampf in London laufen und danach folgt das nächste Marathonrennen. Dann werden wir sehen, wo ich stehe. Aber wenn ich gut laufe, kommen die Punkte von alleine. Natürlich weiß ich, wie ich in der WMM-Serie stehe, denn das ist ja nicht schwer zu errechnen. Aber ich fange nicht an, vor einem Rennen zu überlegen, wie sich was in der Punktewertung ändern könnte. Wenn man das macht, wird es nichts mit dem Rennen.

Haben Sie durch Ihre großen Erfolge im vergangenen Jahr neue Sponsoren?

Irina Mikitenko: Es gibt seit kurzem eine neue Kooperation mit dem Schweizer Online-Trainingsplaner Vicsystem. In dieses System fließt jetzt mein Trainingswissen und meine Erfahrung ein. Hier erhalten Breitensportler und ambitionierte Läufer individuelle Trainingspläne. Es war immer mein Ziel, mein Wissen weitergeben zu können und damit anderen Läufern zu helfen.

Haben Sie sich den Boston-Marathon im Fernsehen angeschaut?

Irina Mikitenko: Ja, ich habe das Rennen gesehen und hatte mir gewünscht, dass Kara Goucher gewinnt. Denn sie hat viel Führungsarbeit geleistet – offenbar zu viel. So fehlten ihr am Ende ein paar Sekunden. Die Taktik spielt eine große Rolle bei diesen Rennen.

Sie haben wie im vergangenen Jahr in Kirgisien trainiert – wieso ausgerechnet dort?

Irina Mikitenko: Das Trainingsgebiet in Kirgisien kenne ich noch von früher. Als ich in Kasachstan lebte, habe ich schon dort trainiert. Zudem leben meine Schwiegereltern heute noch nicht weit weg, was auch den Vorteil hat, dass sie auf meine kleine Tochter aufpassen können während wir im Trainingslager sind. Entscheidend für Kirgisien spricht, dass ich dort in einer für mich idealen Höhe zwischen 1.600 und 1.700 Metern rennen kann. Das ist genauso hoch wie in St. Moritz, wo ich im Sommer trainiere. In Kirgisien gibt es keinen Schnee und wir hatten dort während der vier Wochen im März praktisch durchweg Sonne und beste Bedingungen. Ich trainiere nicht so gerne in höheren Lagen wie in Kenia oder den USA da die Regenerationszeit dann länger dauert. 1.600 bis 1.700 Meter passen für mich ideal, da kann ich 100 Prozent hart trainieren.

Wie viel haben sie maximal trainiert und wie ist die Form verglichen zum vergangenen Jahr?

Irina Mikitenko: Ich habe den maximalen wöchentlichen Trainingsumfang im Vergleich zum vergangenen Jahr um zehn Prozent steigern können. Bis zu 220 Kilometer bin ich pro Woche gelaufen, am Stück waren es maximal 35. Vergleiche zum letzten Jahr sind schwer, denn es ist nie alles immer genau gleich. Im Januar hatten wir zum Beispiel jetzt viel Schnee, was schwierig war für das Training. Bei meinem 10-km-Wettkampf beim Paderborner Osterlauf hatte ich trotz des Wärmeeinbruchs ein gutes Gefühl und die letzten Tempo-Trainingsläufe waren auch gut. Die Form dürfte so ähnlich sein wie vor einem Jahr – ob sie vielleicht besser ist, kann ich erst am Sonntag nach dem Rennen sagen.

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| 16.04.2009 | Trainieren wie Irina bei Vicsystem

Breitensportler und ambitionierte Läufer können jetzt vom Trainingswissen von Irina Mikitenko profitieren: Die World Marathon Majors (WMM)-Siegerin kooperiert mit VICSYSTEM, einem bewährten Schweizer Online-Trainingsplananbieter. VICSYSTEM bietet individuelle Trainingspläne für Distanzen zwischen 5.000 m und Marathon.
   
Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) hat Sport studiert, ist ausgebildete Sportlehrerin und verfügt über eine deutsche B-Trainerlizenz. Ihr eigenes Training legt sie zusammen mit Ihrem Ehemann Alexander fest, welcher selbst über 5.000 m eine beachtliche Bestzeit von 13:39,95 Minuten hat.


Patric Lüthi, der Geschäftsführer von VICSYSTEM, setzt auf Irina Mikitenko.
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Nun stellt Irina Mikitenko ihr Wissen und ihre Erfahrung dem VICSYSTEM zur Verfügung. VICSYSTEM (www.vicsystem.com) steht für „run to victory – irinas training system“ und ist mit Tausenden von Mitgliedern zu einer führenden Plattform für Trainingspläne im deutschsprachigen Raum geworden. Seit Anfang 2006 bietet
VICSYSTEM in Zusammenarbeit mit Spitzenläufern Trainingspläne für Distanzen ab 5.000 m an, welche für alle Leistungsklassen, vom Einsteiger bis zum Spitzensportler, geeignet sind und sich dynamisch der individuellen und sich durch das Training laufend verändernden Leistungsfähigkeit anpassen.

„Wir sind stolz darauf, dank Irinas Unterstützung noch mehr Know-how rund um das Langstreckentraining in unser Trainingssystem aufnehmen zu können“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer Patric Lüthi von VICSYSTEM. „Dank Irinas Unterstützung können wir sicherstellen, dass auch Hobbyläufer oder andere Spitzensportler von den Erkenntnissen einer der weltbesten Läuferinnen profitieren können.“

Irina Mikitenko, die am Sonntag nächster Woche als Titelverteidigerin beim Flora London-Marathon an den Start gehen wird, freut sich auf die neue Herausforderung: „Als ausgebildete Sportlehrerin bin ich natürlich daran interessiert, dass andere Läuferinnen und Läufer auch richtig trainieren und von meinen Erfahrungen als Spitzenläuferin profitieren können. Mit VICSYSTEM habe ich die idealen Partner gefunden, um meine Erkenntnisse aus dem Trainingsalltag an ein breites Publikum weitergeben zu können.“

Zum umfassenden Angebot gehören auch regelmäßige Newsletter, worin die neuesten Erkenntnisse aus der Trainingslehre und weitere Themen rund um das Lauftraining behandelt werden. Irina wird in Zukunft auch bei Trainingslagern und Laufwochen von VICSYSTEM als leitendes Mitglied des Teams dabei sein, um ihre Erfahrung direkt an die Teilnehmer weitergeben zu können.

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| 12.04.2009 | Irina Mikitenko nach Paderborn-Sieg bereit für London


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Titelverteidigerin Irina Mikitenko ist bereit für den Flora London-Marathon am 26. April. Die deutsche Marathon-Rekordlerin (2:19:19 Stunden) gewann das 10-km-Rennen beim Paderborner Osterlauf in hochklassigen 31:22 Minuten. Das ist die zweitschnellste Zeit des Jahres über diese Strecke und die zweitschnellste, die je eine deutsche Läuferin über 10 km erreichte. Damit krönte Irina Mikitenko den Paderborner Osterlauf, bei dem die Rekordzahl von gut 8.000 Meldungen registriert wurde.

“Ich bin froh über dieses Ergebnis und kann mit dieser Zeit sehr gut leben. Denn ich hatte mir ein Ergebnis von 31:30 Minuten vorgenommen“, sagte die 36-jährige Irina Mikitenko, die bei dem Rennen nach 4 km die Führung übernahm und den Lauf dann dominierte. Die 5-km-Marke passierte sie wie geplant nach 15:45 Minuten. Auf der zweiten Hälfte konnte die Läuferin des TV Wattenscheid sogar noch etwas zulegen. Im Ziel war sie mit 31:22 über eine Minute schneller als die Kenianerinnen Sally Barsosio (32:25) und Alice Mogire (33:21).

Am vergangenen Montag war Irina Mikitenko aus ihrem Höhentrainingslager in Kirgisien zurückgekehrt. Vier Wochen hatte sie dort gut trainieren können. „Am fünften Tag nach dem Höhentrainingslager an den Start zu gehen, ist sicher nicht der ideale Zeitpunkt, aber entscheidend ist für mich bezüglich des Timings das Rennen in London“, sagte Irina Mikitenko, die am Ostersonnabend bei Temperaturen zwischen 23 und 25° Celsius laufen musste. „Das war ein bisschen zu warm – ich fühlte mich danach etwas müde, was aber auch damit zusammen hängt, dass der Temperaturunterschied so plötzlich gekommen war.“

Die Zeit von Irina Mikitenko ist die zweitschnellste in der Welt in diesem Jahr. Nur Vivian Cheruiyot (Kenia), die in Puerto Rico mit 31:12 gewonnen hatte, ist in der Saisonbestenliste noch vor der Deutschen platziert. Der nationale Rekord von Irina Mikitenko steht seit 2008 bei 30:57 Minuten. Der Sieg in Paderborn ist ein gutes Omen für die Läuferin, denn auch vor einem Jahr gewann sie dort beim parallel veranstalteten Halbmarathon. Anschließend triumphierte sie in London.

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| 01.03.2009 | Irina Dritte beim Rom-Ostia-Halbmarathon


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Mit einem dritten Platz ist Irina Mikitenko in das Wettkampfjahr 2009 gestartet. Die Läuferin des TV Wattenscheid rannte auf der anspruchsvollen Strecke des Rom-Ostia-Halbmarathons 71:01 Minuten. „Die Strecke war wie bei einem Berglauf, es ging ständig auf und ab. Darauf war ich nicht vorbereitet. Am Ende kamen dann auch noch Regen und starker Wind hinzu“, sagte Irina Mikitenko. Die 36-Jährige war jedoch mit Platz drei und der Zeit zufrieden.

„Das war ein gutes Training mit ungeplanten Krafteinheiten am Berg. Auf einer normalen Strecke müsste ich jetzt etwa eine Minute schneller laufen können. Das ist in Ordnung für den jetzigen Zeitpunkt. Wenn ich jetzt schon 68 Minuten laufen würde, dann würde etwas in Richtung Trainingsaufbau für den Flora London-Marathon nicht stimmen“, erklärte Irina Mikitenko, die am 26. April in der britischen Metropole als Titelverteidigerin an den Start gehen wird und dann unter anderen auf Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) treffen wird. Im Vorfeld des Flora London-Marathons will die deutsche Marathon-Rekordhalterin (2:19:19 Stunden) noch bei einem 10-km-Rennen laufen.

Nach dem Start in Rom lief Irina Mikitenko bei Temperaturen zwischen 10 und 12 Grad Celsius ihr eigenes Tempo und überließ Anna Incerti die Spitze. Die Italienerin gewann mit 69:24 Minuten. Platz zwei belegte die Französin Christelle Daunay (70:30), Vierte wurde Rosaria Console (Italien/73:20).

Bei den Männern dominierten die Kenianer den Halbmarathon in Rom. Elijah Keitany siegte in 60:59 Minuten vor seinen Landsleuten Evans Cheruiyot (61:07) und Stephen Kibet (61:19).

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| 24.02.2009 | Start beim Rom-Ostia-Halbmarathon am Sonntag


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Am kommenden Sonntag beginnt Irina Mikitenko ihr Wettkampfjahr 2009. Die Läuferin des TV Wattenscheid wird gut fünf Monate nach ihrem Triumph beim real,- Berlin-Marathon beim 35. Rom-Ostia-Halbmarathon am 1. März an den Start gehen. „Ich freue mich, dass ich nach vielen Trainingswochen endlich wieder ein Rennen laufen kann. Das ist wichtig, um zu sehen, wo ich stehe“, erklärt die 36-jährige Siegerin der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008.

Irina Mikitenko hatte den geplanten Start beim Silvesterlauf in Trier am 31. Dezember aufgrund einer Grippe absagen müssen. „In den letzten Wochen konnte ich ordentlich trainieren, auch wenn die Voraussetzungen aufgrund des Wetters nicht ideal waren. Ich musste deswegen für Tempotraining auch in die Leichtathletikhalle nach Frankfurt ausweichen“, sagt die deutsche Marathon-Rekordlerin (2:19:19 Stunden). Bis zu 200 wöchentliche Trainingskilometer hat Irina Mikitenko in den letzten Wochen absolviert. In der Vorbereitung auf den Flora London-Marathon, wo sie am 26. April als Titelverteidigerin unter anderen auf Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) treffen wird, steht zurzeit viel Ausdauertraining im Vordergrund.

„Ich hoffe, dass ich in Rom wieder einmal bei wärmeren Temperaturen laufen kann“, sagt Irina Mikitenko, die eine Zeit von etwa 70 Minuten anstrebt. „Für eine Bestzeit ist es jetzt noch etwas zu früh, denn bis zum Flora London-Marathon sind es ja noch neun Wochen. Und erst dann muss ich in Topform sein.“ Ihre Halbmarathon-Bestzeit aus dem vergangenen Jahr steht bei 68:51 Minuten.

Zum ersten Mal in ihrer Karriere wird Irina Mikitenko beim Rom-Ostia-Halbmarathon ein Handikap-Rennen laufen. Die Topläuferinnen starten dabei neun Minuten vor dem Hauptfeld mit den Männer-Favoriten. „Eigentlich ist aufholen einfacher als vorneweg laufen. Aber das spielt für mich keine Rolle. Für mich geht es einfach um ein gutes Testrennen“, sagt Irina Mikitenko, die in Rom unter anderen auf Kirsten Otterbu (Norwegen), Christelle Daunay (Frankreich) sowie die beiden Italienerinnen Rosaria Console und Anna Incerti treffen wird. Incerti ist Italiens neue Marathon-Hoffnung. Die 29-Jährige belegte 2008 einen beachtlichen 14. Platz beim olympischen Marathon und gewann dann im November den Mailand-Marathon in persönlicher Bestzeit von 2:27:42 Stunden. Dabei bezwang sie die große Favoritin und Titelverteidigerin Pamela Chepchumba (Kenia).

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| 09.01.2009 | Irina Leichtathletin des Jahres und zwei weitere Male vorne


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Zum ersten Mal hat Irina Mikitenko die Wahl zur deutschen Leichtathletin des Jahres gewonnen. Mit großer Mehrheit wählten die Leser der Fachzeitschrift ,Leichtathletik’ und der Internetseite ,leichtathletik.de’ die erste deutsche World Marathon Majors-Siegerin. Irina Mikitenko erhielt fast ein Drittel aller Stimmen. „Ich freue mich sehr über diese Wahl, sie bedeutet mir viel. Denn es ist schön zu sehen, dass die Menschen hinter mir stehen“, erklärte die 36-Jährige, die sich zurzeit in Andalusien (Spanien) auf ihren nächsten Marathonstart in London (26. April) vorbereitet.

Irina Mikitenko erhielt bei der Wahl genau 31,3 Prozent der Stimmen. Damit lag die Läuferin des TV Wattenscheid klar vor der Hochspringerin Ariane Friedrich (21,7 %), der Speerwerferin Christina Obergföll (17,0) und der Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (10,3). Die Ergebnisse wurden in ,Leichtathletik’ veröffentlicht. „Ich hatte nicht damit gerechnet, diese Wahl zu gewinnen, denn es gab ja auch eine olympische Medaillengewinnerin und weitere Athletinnen, die Topleistungen gezeigt haben“, erklärte Irina Mikitenko.

Auch international liegt Irina Mikitenko zweimal vorne. Das britische Leichtathletik-Magazin ,Athletics Weekly’ hat in Kooperation mit dem internationalen Newsletter ,Athletics International’ die Deutsche als beste Marathonläuferin des Jahres 2008 gewählt – noch vor der Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien). Auch beim US-Magazin ,Track&Field News’ liegt Irina Mikitenko im Marathon auf Platz eins.

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