Irina Mikitenko

| 31.12.2008 | Sieben Rennen, sieben Siege: Wettkampfjahr 2008 ungeschlagen beendet


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Aufgrund einer starken Erkältung musste Irina Mikitenko ihren geplanten Start beim Bitburger Silvesterlauf in Trier absagen. Damit beendet die 36-jährige Läuferin des TV Wattenscheid ihr phänomenales Wettkampfjahr etwas früher als gedacht. 2008 hat Irina Mikitenko alle ihre sieben Rennen gewonnen, darunter die hochkarätigen Marathonläufe in London und Berlin. Außerdem triumphierte sie bei der zweiten World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008.

Nach einer fiebrigen Erkältung über die Weihnachtsfeiertage ist Irina Mikitenko noch nicht wieder so weit gesund, dass sie bei dem Silvesterlauf in Trier starten könnte. „Es tut mir leid, dass ich die Veranstalter und die Zuschauer in Trier enttäuschen muss, aber ich bin nicht fit und es macht keinen Sinn zu rennen. Ich wäre wirklich gerne an den Start gegangen“, erklärt Irina Mikitenko, die am Dienstag einen Tag vor dem Rennen Gast bei der Pressekonferenz der Veranstaltung war.

„Ich wünsche allen Lesern meiner Internetseite, Läufern und Zuschauern ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr“, sagt Irina Mikitenko. Anfang Januar wird sie mit ihrer Familie wie geplant ins Trainingslager nach Spanien reisen. 2009 ist der London-Marathon am 26. April der erste große Höhepunkt, im Sommer folgt dann der WM-Marathon in Berlin am 23. August.

Die sieben Siege im Jahr 2008:

1. Paderborner Osterlauf (Halbmarathon) 68:51 Minuten (deutsche Jahresbestzeit)
2. Flora London-Marathon 2:24:14 Stunden (deutscher Rekord)
3. Deutsche Meisterschaft 10.000 m 31:57,71 Minuten
4. AVON-Running Berlin 10 km 32:24 Minuten
5. London 10.000 32:02 Minuten
6. Deutsche Meisterschaft Karlsruhe 10 km 30:57 Minuten (Jahresweltbestzeit und deutscher Rekord)
7. real,- Berlin-Marathon 2:19:19 Stunden (Jahresweltbestzeit und deutscher Rekord)

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| 16.12.2008 | Zwei weitere deutsche Rekorde


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Irina Mikitenko ist jetzt auch offiziell deutsche Rekordhalterin über zwei weitere Distanzen. Beim real,- Berlin-Marathon hatte die 36-jährige Läuferin des TV Wattenscheid die nationale Bestmarke über die klassische Distanz auf 2:19:19 Stunden geschraubt. Nun hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auch ihre beiden Durchgangszeiten bei 25 und 30 km als Rekorde anerkannt. Diese Punkte erreichte Irina Mikitenko am 28. September nach 1:23:07 beziehungsweise 1:39:34 Stunden.

Möglich wurde die Anerkennung dieser beiden Rekorde, weil der Berliner Race-Direktor Mark Milde an den Punkten jeweils ein komplettes Kampfgericht positioniert hatte. Er hatte die Rekord-Möglichkeit vorher erkannt. Die Punkte erfüllen bezüglich ihrer Lage auf der Marathonstrecke auch die internationalen Regeln zur Anerkennung von Straßenlauf-Rekorden. Den bisherigen deutschen 25-km-Rekord hielt die Berlinerin Kathrin Weßel (Ullrich) mit 1:24:41 Stunden. Sie war diese Zeit 1992 bei den 25 km von Berlin gelaufen. Über die 30-km-Strecke führt der DLV nun auf Antrag von Mark Milde erstmals einen deutschen Rekord. International ist dies schon seit einigen Jahren üblich.


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| 06.12.2008 | Wird Irina Leichtathletin des Jahres?


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Gibt es zum Jahresende noch eine große Ehrung für Irina Mikitenko? Die London- und Berlin-Marathon-Siegerin, die sensationell die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008 gewann, ist eine von acht Kandidatinnen für die Wahl zu "Deutschlands Leichtathletin des Jahres". Die Wahl wird vom Online-Portal "leichtathletik.de" sowie der Fachzeitschrift "Leichtathletik" veranstaltet.

Klicken Sie auf den folgenden Link und beteiligen Sie sich an der Wahl zu "Deutschlands Leichtathletin des Jahres". Unter allen Teilnehmern werden insgesamt 52 Preise verlost.
www.leichtathletik.de/index.php?SiteID=497


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| 02.12.2008 | „Ich habe seit langem kein so starkes Feld bei irgendeinem Marathon gesehen“


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Als Titelverteidigerin wird Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) am 26. April beim Flora London-Marathon an den Start gehen. Die Verpflichtung der deutschen Rekordhalterin (2:19:19 Stunden) gaben die Veranstalter des Rennens heute ebenso offiziell bekannt wie die weitere Besetzung des Frauen-Elitefeldes. „Ich habe seit langem kein so starkes Feld bei irgendeinem Marathon gesehen“, sagte Irina Mikitenko. „Das wird ein sehr, sehr spannendes Rennen.“

Irina Mikitenko, die nach Siegen in London und Berlin 2008 sowie einem zweiten Platz in Berlin 2007 die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008 gewann, trifft am 26. April auf Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien/2:15:25), Olympiasiegerin Constantina Tomescu-Dita (Rumänien) und Weltmeisterin Catherine Ndereba. Die Kenianerin hatte zudem in Peking wie schon 2004 olympisches Silber gewonnen. Außerdem sind Zhou Chunxiu (China), Martha Tomu (Kenia) und Mara Yamauchi (Großbritannien) beim Flora London-Marathon am Start. Sie hatten in Peking die Plätze drei, fünf und sechs belegt.

„Ich bin gespannt, wie sich dieses Rennen entwickeln wird. Bei einem derart starken Feld kann man nichts prognostizieren“, erklärte Irina Mikitenko. „Ich werde mich gut vorbereiten und hoffe, dass mich keine Verletzungen stoppen, so dass ich in London mein Bestes geben kann. Dann werden wir sehen, was möglich ist.“ Seit Anfang November ist Irina Mikitenko wieder im vollen Training. Zurzeit stehen dabei die Bereiche Ausdauer und Kraft im Vordergrund. Ein erstes, zweiwöchiges Trainingslager ist für Anfang Januar in Andalusien (Spanien) geplant.

Aufgrund ihrer Siege in London und Berlin liegt Irina Mikitenko zurzeit in der WMM-Serie 2008-2009 mit 50 Punkten alleine in Führung.

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| 03.11.2008 | WMM-Triumph: „Es war ein komisches Gefühl, in New York zuzuschauen“

Irina Mikitenko mit der WMM-Trophäe in New York.
Irina Mikitenko mit der WMM-Trophäe in New York.
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Mit der ganzen Familie reiste Irina Mikitenko nach New York. Ihr Mann Alexander war ebenso dabei wie die beiden Kinder Alexander (14 Jahre) und Vanessa (3). Gekrönt wurde der ungewöhnliche Familienausflug mit dem Triumph in der zweiten Serie der World Marathon Majors (WMM), 2007-2008. Gemeinsam mit dem kenianischen Sieger Martin Lel teilt sich Irina Mikitenko eine Million US-Dollar. Beim letzten Rennen der Serie in New York konnten die Konkurrentinnen nicht mehr genügend Punkte sammeln, um die alleinige Führung zu übernehmen. Damit schaffte Irina Mikitenko ein Novum, denn mit den ersten drei Marathonrennen ihrer Karriere sammelte sie genügend Punkte, um das höchste Preisgeld im Marathon zu gewinnen. Es ist zugleich die höchste Prämie, die je ein deutscher Leichtathlet gewonnen hat.

„Ich habe die richtige Entscheidung getroffen, nicht in New York an den Start zu gehen. Dass ich trotzdem die WMM-Serie gewonnen habe, freut mich nun umso mehr“, erklärte Irina Mikitenko, die fünf Wochen zuvor den Berlin-Marathon gewonnen hatte. „Es war ein komisches Gefühl, nun in New York nur zuzuschauen. Aber ich habe mir gesagt, egal wie es ausgeht, ich kann sowieso nichts ändern. Als ich während des Rennens im Ziel stand, war ich sehr aufgeregt – da wäre ich eigentlich lieber gelaufen.“

Während Martin Lel bereits vor dem Rennen in New York als Sieger feststand, lagen die Läuferin des TV Wattenscheid und Gete Wami (Äthiopien) vor dem finalen Rennen der WMM-Serie 2007-2008 gemeinsam punktgleich an der Spitze. Da aber Wami als Sechste in 2:29:25 Stunden ihr Punktekonto nicht verbessern konnte – sie hätte Erste oder Zweite werden müssen – und auch Catherine Ndereba nicht an den beiden Führenden vorbeiziehen konnte – die Kenianerin hätte gewinnen müssen, wurde aber Fünfte in 2:29:14 – mussten die fünf Race-Direktoren der WMM bei den Frauen abstimmen. Denn auch in den direkten Vergleichen zwischen Wami und Mikitenko stand es mit 1:1 unentschieden. Das Votum fiel nach dem Rennen einstimmig aus: zugunsten von Irina Mikitenko. Ein entscheidendes Kriterium, das die Race-Direktoren in ihrer Abstimmung berücksichtigten, war, dass Irina Mikitenko ihre 65 Punkte in drei Rennen sammelte. Vier Läufe werden maximal gewertet. Gete Wami kam in vier Rennen auf 65 Zähler. Zudem lief die Äthiopierin in der Zwei-Jahres-Spanne bei zwei weiteren WMM-Rennen, insgesamt also sogar bei sechs. Auch in der Durchschnittszeit der gewerteten Läufe lag Mikitenko vor Wami.

Bevor die WMM Anfang 2006 gegründet wurden und das Regelwerk fixiert wurde, hatten die Race-Direktoren gut zehn Jahre zurückgerechnet. Nur einmal hätte es in den fiktiven WMM-Wertungen dabei einen Punkt-Gleichstand gegeben (und zweimal übrigens eine deutsche Siegerin: Uta Pippig 1995 und 1996). Daher wurde für diesen Fall der ,direkte Vergleich’ als Entscheidungs-Kriterium mit in die Regeln aufgenommen. Eine WMM-Entscheidung durch eine Abstimmung dürfte eher eine Ausnahme bleiben.

Irina Mikitenko hat nun auch in der WMM-Serie 2008-2009 sehr gute Chancen, denn sie liegt mit 50 Punkten aus zwei Rennen in Führung. Zwei zweite Plätze könnten 2009 möglicherweise schon reichen, um die WMM ein zweites Mal zu gewinnen. „Ich bin jetzt wieder in das Training eingestiegen und blicke optimistisch auf das nächste Jahr“, sagte Irina Mikitenko, die 2008 noch einmal an den Start gehen wird: beim Silvesterlauf in Trier am 31. Dezember.

Endstand, WMM-Serie 2007-2008

Frauen

1. Irina Mikitenko (GER) 65 Punkte
2nd 2007 Berlin 15
1st 2008 London 25
1st 2008 Berlin 25
2. Gete Wami (ETH) 65
2nd 2007 London 15
1st 2007 Berlin 25
2nd 2007 New York 15
3rd 2008 London 10
3. Lidiya Grigoryeva (RUS) 55
1st 2007 Boston 25
4th 2007 New York 5
1st 2008 Chicago 25
4. Zhou Chunxiu (CHN) 50
1st 2007 London 25
2nd 2007 World Championships 15
3rd 2008 Olympic Games 10
Paula Radcliffe (GBR) 50
1st 2007 New York 25
1st 2008 New York 25
6. Catherine Ndereba (KEN) 42
1st 2007 World Championships 25
5th 2007 New York 1
2nd 2008 Olympic Games 15
5th 2008 New York 1
7. Constantina Tomescu-Dita (ROU) 35
3rd 2007 London 10
1st 2008 Olympic Games 25
4th 2008 Chicago 5
8. Alevtina Biktimirova (RUS) 30
2nd 2008 Boston 15
2nd 2008 Chicago 15
Jelena Prokopcuka (LAT) 30
2nd 2007 Boston 15
3rd 2007 New York 10
4th 2008 Boston 5
10. Berhane Adere (ETH) 25
1st 2007 Chicago 25
Dire Tune (ETH) 25
1st 2008 Boston 25


Männer

1. Martin Lel (KEN) 76 Punkte
1st 2007 London 25
1st 2007 New York 25
1st 2008 London 25
5th 2008 Olympic Games 1
2. Robert K. Cheruiyot (KEN) 55
1st 2007 Boston 25
4th 2007 Chicago 5
1st 2008 Boston 25
Abderrahim Goumri (MAR) 55
2nd 2007 London 15
2nd 2007 New York 15
3rd 2008 London 10
2nd 2008 New York 15
4. Haile Gebrselassie (ETH) 50
1st 2007 Berlin 25
1st 2008 Berlin 25
5. Samuel Wanjiru (KEN) 40
2nd 2008 London 15
1st 2008 Olympic Games 25
6. Jaouad Gharib (MAR) 35
4th 2007 London 5
2nd 2007 Chicago 15
2nd 2008 Olympic Games 15
7. James Kwambai (KEN) 31
2nd 2007 Boston 15
5th 2007 New York 1
2nd 2008 Berlin 15
8. Evans Cheruiyot (KEN) 25
1st 2008 Chicago 25
Patrick Ivuti (KEN) 25
1st 2007 Chicago 25
Luke Kibet (KEN) 25
1st 2007 World Championships 25
Marilson Gomes Dos Santos (BRA) 25
1st 2008 New York 25


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| 01.11.2008 | Spannende WMM-Entscheidung in New York


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Irina Mikitenko liegt in der zweiten Serie der World Marathon Majors (WMM) 2007-2008 vor dem abschließenden Rennen in New York am Sonntag gemeinsam mit der Äthiopierin Gete Wami an der Spitze. Beide haben 65 Punkte. Während Wami in New York ebenso wie Catherine Ndereba startet – die Kenianerin hat ebenfalls noch eine WMM-Siegchance –, wird Irina Mikitenko das Rennen von der Ehrentribüne aus beobachten.

„Natürlich wäre das ein toller Erfolg, die WMM-Serie zu gewinnen. Aber ich sehe das so weit es geht gelassen. Man muss dabei auch berücksichtigen, dass ich erst seit gut einem Jahr Marathon laufe – wer hätte gedacht, dass ich schon nach so kurzer Zeit in dieser großartigen Position bin? Das hätte ich selbst nie erwartet. Natürlich möchte ich in der jetzigen Situation sehr gerne die WMM-Serie gewinnen. Aber wenn das nicht klappt, dann habe ich ja im nächsten Jahr wieder eine Chance. Für die Serie 2008-2009 habe ich schon 50 Punkte gesammelt“, erklärt Irina Mikitenko.

Im Gegensatz zu Gete Wami, die im vergangenen Jahr nach Berlin auch noch in New York startete und dadurch die erste WMM-Serie gewann, hat sie sich mit Blick auf ihre zukünftige Karriere gegen einen Start in New York entschieden. „Im nächsten Jahr gibt es auch noch ein paar Rennen, bei denen ich gut laufen möchte. Wenn ich zukünftig starte, dann möchte ich in dem Bereich laufen können wie in Berlin. Fünf Wochen sind einfach eine viel zu kurze Regenerationszeit. Eine Leistung wie in Berlin kann man nicht alle fünf Wochen zeigen. In New York zu laufen und dann keine Leistung zu bringen, das ist nicht mein Ding. Geld ist zudem längst nicht alles. Ich war in diesem Jahr schon sehr erfolgreich, bin zufrieden und habe ja auch einiges verdient. Ich laufe vor allem, weil es mir Spaß macht und ich würde auch nicht meine Gesundheit wegen des Geldes aufs Spiel setzen“, sagt Irina Mikitenko.

Gete Wami müsste in New York mindestens Zweite werden, um die WMM-Serie zu gewinnen. Schafft sie das nicht, hätte auch noch Catherine Ndereba eine Chance. Sie müsste allerdings den New York-Marathon gewinnen. Sollte die Frauen-Serie punktgleich zwischen Irina Mikitenko und Gete Wami enden, würde eine Abstimmung unter den fünf WMM-Race-Direktoren entscheiden.


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| 01.10.2008 | „Die 2:20-Barriere war ein Traum“

Irina Mikitenko 2:19:19
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Irina Mikitenko hat beim real,- Berlin-Marathon als erste deutsche Frau die 2:20-Stunden-Barriere durchbrochen. Neben einem deutschen Rekord war dies auch ein Altersklassen-Weltrekord für über 35-Jährige: Hier hielt bisher Lyudmila Petrova (Russland) die Bestmarke mit 2:21:29, die sie 2006 in London gelaufen war. Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) ist nun im Alter von 36 die viertschnellste Marathonläuferin aller Zeiten und hat die siebtschnellste Zeit aller Zeiten erreicht. Nach dem Rennen in Berlin gab sie das folgende Interview:

Wir fühlt man sich als viertschnellste Frau aller Zeiten?

Irina Mikitenko: „Sehr gut – das ist einfach der Wahnsinn. Ich hätte das nie geglaubt. Ich habe mir schon eine Zeit um die 2:21 Stunden zugetraut, aber unter 2:20 zu laufen, stand heute eigentlich nicht auf dem Plan. Es ist mein Traum gewesen, einmal den Marathon unter 2:20 zu laufen.“

Hat Ihr Mann und Trainer, Alexander Mikitenko, Sie wieder versucht zu bremsen wie in London und Berlin im vergangenen Jahr?

Irina Mikitenko: „Ja, das hat er. Der Plan war, dass er bis Kilometer 30 der Chef ist und ich danach selbst entscheiden kann wie ich renne. Aber bei Kilometer 35 hat er immer noch gesagt, ich laufe zu schnell. Da hab ich dann gedacht, das geht doch nicht und habe ihm klar gemacht, dass ich jetzt so laufe wie ich es denke. Schließlich habe ich bei den vergangenen zwei Marathonläufen [in Berlin 2007 und in London 2008] schon einiges an Erfahrung gesammelt und kann meinen Körper ganz gut einschätzen.“

Wer hat denn zu Hause das Sagen, Sie oder Ihr Mann?

Irina Mikitenko: „Na ich. Das ist doch meistens so, dass die Frauen zu Hause Chef sind. Im Training aber sollte immer der Trainer das Sagen haben.“

Wann war Ihnen im Rennen klar, dass Sie gewinnen könnten?

Irina Mikitenko: „In der ersten Hälfte bin ich nach Plan gelaufen und habe mein eigenes Rennen gemacht. Die anderen Frauen sind ja ziemlich schnell losgelaufen. Nach der Hälfte, als ich dann eine nach der anderen überholt habe, wusste ich, dass ich auch gewinnen könnte. Von da an habe ich dann auch die Zeit im Auge gehabt. Aber im Ziel konnte ich es trotzdem nicht fassen.“

Empfanden Sie, wie andere Läufer auch, die Bedingungen in Berlin optimal?

Irina Mikitenko: „Die Bedingungen waren perfekt. Das Wetter war sehr gut und der Wind nicht so stark. Am meisten muss ich mich aber bei meinen Pacemakern und den Zuschauern an der Strecke bedanken. Meine Pacemaker haben mir bis zum Schluss geholfen und die Zuschauer waren einfach spitze. Ich bin nicht einen Meter gerannt, ohne meinen Namen und Beifall zu hören. Das war schon Wahnsinn. Ich habe noch nie so viele Menschen bei einem Marathon gesehen. Alles zusammen hat mich das so angetrieben, dass diese tolle Zeit herausgekommen ist.“

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Irina Mikitenko: „Zunächst muss ich mich erst einmal erholen. Dann werde ich aufgrund der Situation in der World Marathon Majors-Serie nach New York fliegen. Allerdings werde ich dort nicht laufen. Eine Leistung wie in Berlin kann man nicht alle fünf Wochen zeigen. In New York zu laufen und dann keine Leistung zu bringen, das ist nicht mein Ding. Wenn ich zukünftig starte, dann möchte ich in dem Bereich laufen können wie am Sonntag in Berlin. Fünf Wochen sind einfach eine viel zu kurze Regenerationszeit, zumal ich auch im nächsten Jahr noch gute Wettkämpfe laufen möchte. Geld ist nicht alles, ich war in diesem Jahr schon sehr erfolgreich, bin zufrieden und habe ja auch einiges verdient.“

Sie können es sich in New York also auf der Ehrentribüne gemütlich machen und dann vielleicht am Ende eine höhere Prämie verdienen als alle anderen Läufer dort. Schauen Sie auf die World Marathon Majors-Wertung, in der sich der beste Mann und die beste Frau eine Million US-Dollar teilen?

Irina Mikitenko: „Wie gesagt, Geld ist nicht alles. Ich laufe vor allem, weil es mir Spaß macht und ich würde auch nicht meine Gesundheit wegen des Geldes aufs Spiel setzen – deswegen starte ich auch nicht in New York. Aber ich schaue jetzt natürlich auf die WMM-Serie, denn ich habe ja immer noch eine Chance zu siegen. Es hängt alles von drei anderen ab – Gete Wami, Catherine Ndereba und Chunxiu Zhou. Es wäre natürlich toll, diese riesige Prämie zu gewinnen. Man hat ja als Sportler auch keine endlos lange Karriere. Aber wenn es jetzt nicht klappt, habe ich ja im nächsten Jahr auch noch eine Chance, denn in der Serie 2008-2009 liege ich inzwischen in Führung.“


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Ihre Familie ist sicher stolz auf Sie?

Irina Mikitenko: „Oh ja. Mein Mann sowieso. Auch meine beiden Kinder sind stolz auf mich – sie machen aber auch mich stolz. Nachdem ich in London gewonnen hatte, haben sie bei meiner Heimkehr ein großes Plakat mit Luftballons am Haus aufgehängt, auf dem stand: Mama, wir sind stolz auf Dich. Das macht einen als Mutter auch stolz!“

Schauen sich die Kinder denn Ihre Rennen im Fernsehen an?

Irina Mikitenko: „Meistens ja. Es hängt ein bisschen von den Uhrzeiten ab. Mein Großer [Alexander, 14 Jahre] schaut eigentlich immer am Fernseher zu. Vanessa [3 Jahre] ist noch etwas zu klein für das ganze Rennen. Aber sie bekommt natürlich auch alles mit. Vielleicht schaffen wir es irgendwann einmal, beide zu einem Rennen mitzunehmen.“

Gibt es bei Ihnen zu Hause eine Wand oder ein Regal mit Erinnerungen an Ihre Erfolge?

Irina Mikitenko: „Ja, wir haben schon vor einiger Zeit angefangen alles zu sammeln. Von jedem Rennen habe ich Souvenirs, Startnummern, Trikots und andere Dinge aufgehoben. Man lebt schließlich nur einmal und Erfolge schaut man sich auch im Rückblick gerne noch einmal an. Aus London habe ich beispielsweise mein Zielfoto. Es ist schön, Freunden etwas zeigen zu können und das ist auch für mich selbst motivierend.“

Inwieweit hat sich seit den Erfolgen Ihre Einstellung vor einem Rennen verändert?

Irina Mikitenko: „Die Erwartungen, die ich an mich selbst stelle und die von Außenstehenden kommen, sind größer geworden. Der Druck ist aber nicht viel größer geworden. Ich möchte immer gut laufen von daher entscheide ich mich nur für ein Rennen, wenn ich stark genug bin und davon überzeugt, vorne mit dabei zu sein. Meine Vorbereitung hat sich im Gegensatz zu früher auch verändert. Ich habe viel lernen müssen bei den Vorbereitungen für die ersten beiden Marathonrennen. Früher habe ich viel weniger Umfänge trainiert. Heute kommen schon mal 200 km pro Woche zusammen. Aber ich kann mich auch in dieser Hinsicht noch steigern in der Zukunft.“

Sie haben sich in diesem Jahr einige Träume erfüllt – was kann da im Jahr 2009 noch kommen?

Irina Mikitenko: „Das Jahr 2008 war wirklich toll. Erst siegte ich in London und dann in Berlin, wo ich im letzten Jahr erst meine Marathon-Karriere begonnen hatte. Eigentlich hatte ich mir für dieses Jahr in Berlin ,nur’ den Sieg vorgenommen. Dass es dann eine so schnelle Zeit wurde, kann ich irgendwie immer noch nicht glauben. Im nächsten Jahr ist die WM in Berlin mein großes Ziel. Es wäre klasse, wenn ich den Erfolg vom real,- Berlin-Marathon bei der WM wiederholen könnte. Beim Flora London-Marathon möchte ich natürlich im nächsten April meinen Titel verteidigen und vielleicht schaffe ich es dann auch noch, etwas von der Stadt zu sehen.“


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| 29.09.2008 | 2:20-Barriere beim Berlin-Marathon durchbrochen: Irina viertschnellste aller Zeiten!


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Irina Mikitenko und Haile Gebrselassie haben mit fantastischen Leistungen die 35. Auflage des real,- Berlin-Marathons gewonnen. Vorangetrieben von den begeisterten Zuschauern wurde Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) in Berlin überraschend zur viertschnellsten Marathonläuferin aller Zeiten. Die 36-Jährige stürmte in 2:19:19 Stunden ins Ziel und schaffte es als erste Deutsche, die 2:20-Stunden-Barriere zu durchbrechen. Vor einem Millionenpublikum brach der Äthiopier seinen eigenen, im vergangenen Jahr in der deutschen Hauptstadt aufgestellten Weltrekord um 27 Sekunden und verbesserte die Marke auf 2:03:59.

Als neunte Läuferin in der Leichtathletik-Geschichte blieb Irina Mikitenko unter 2:20 Stunden. Ihre Zeit ist zugleich eine Jahresweltbestzeit und die siebtbeste Zeit aller Zeiten. Lediglich Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien), die Kenianerin Catherine Ndereba und Mizuki Noguchi sind bisher noch schneller gelaufen als Irina Mikitenko. Um ein Haar hätte Irina Mikitenko, die auf den olympischen Marathon aufgrund eines Rückenproblems hatte verzichten müssen, in Berlin auch noch den Streckenrekord der japanischen Olympiasiegerin von Athen 2004, Mizuki Noguchi, gebrochen. Sie war 2005 2:19:12 Stunden gelaufen. Mikitenkos Zeit ist die zweitbeste einer Frau in der Geschichte der Veranstaltung.

Zählt man die Resultate von Gebrselassie und Mikitenko in Berlin zusammen, kommt eine Zeit von 4:23:18 Stunden heraus. In dieser Hinsicht war nur ein Rennen jemals besser als der Berlin-Marathon: In Chicago waren die Sieger 2002 insgesamt 4:23:14 gelaufen (Khannouchi 2:05:56 plus Radcliffe 2:17:18).

Beim größten und spektakulärsten deutschen Marathon beteiligte sich am Sonntag die Rekordzahl von 40.827 Läufern aus 107 Nationen. 35.913 Läufer erreichten das Ziel – so viele wie nie zuvor in Berlin. Ideal waren einmal mehr die Wetterbedingungen in Berlin mit Temperaturen zwischen 12 und 16° Celsius sowie Sonnenschein. Der Wind war längst nicht so stark wie an den Tagen zuvor vorhergesagt. Bei den hervorragenden Bedingungen rannten unter anderen die ersten beiden Männer und die Top-Drei-Frauen jeweils persönliche Bestzeiten, teilweise verbesserten sie diese Marke um mehrere Minuten.

 „Ich kann das noch gar nicht realisieren“, sagte eine überglückliche Irina Mikitenko im Ziel. Die Uhr zeigte 2:19:19 Stunden, als die 1,58 Meter große Langstrecklerin in ihrem dritten Marathon als erste Deutsche nach Uta Pippig vor 13 Jahren diesen Marathon-Klassiker gewann. Irina Mikitenko war das Harakiri-Tempo der Spitzengruppe am Anfang des Rennens nicht mitgegangen. Nach 32:49 Minuten waren Askale Tafa Magarsa, Shuru Deriba (beide Äthiopien) sowie die beiden Kenianerinnen Helena Kirop und Rose Cheruiyot am Kilometerpunkt 10. Das lief auf ein Endzeit von 2:18:30 hinaus – schneller war bisher nur Paula Radcliffe. Doch auch Irina Mikitenko war mit 33:11 als Vierte an diesem Punkt schon sehr schnell unterwegs – damit war sie auf dem Weg zu einem Ergebnis um 2:20 Stunden.

Irina Mikitenkos Mann und Trainer Alexander, der auf dem Fahrrad das Rennen beobachtete, war immer wieder bemüht, seine Frau etwas zu bremsen. Das gelang ihm teilweise. Als die inzwischen nur noch zweiköpfige Spitzengruppe – Magarsa und Kirop – nach 69:37 Minuten den Halbmarathonpunkt erreichte, lag Mikitenko mit 70:05 Minuten 28 Sekunden zurück, doch die Spitze war nicht außer Reichweite. Und während die 36-jährige Deutsche, die in Berlin 80.000 Euro verdiente, ihr Tempo beibehielt, kamen ihr zunächst Kirop und schließlich auch Magarsa von vorne praktisch entgegen, denn erwartungsgemäß wurden sie etwas langsamer.

Nach der 25-km-Marke kam Irina Mikitenko immer näher an die inzwischen alleine führende Äthiopierin Magarsa heran und holte sie bald danach ein. Einige Kilometer lief sie einen Meter hinter ihr, dann ging sie vorbei und löste sich schnell entscheidend von der erwartungsgemäß stärksten Konkurrentin. In der Endphase des Rennens konnte Irina Mikitenko noch einmal zulegen und kam somit auf 2:19:19 Stunden. Damit steigerte sie sich um fast fünf Minuten. Askale Magarsa lief erstklassige 2:21:31 Stunden als Zweite und verbesserte sich damit ebenfalls deutlich. Dritte wurde Helena Kirop mit 2.25:01.


Die schnellsten Frauen aller Zeiten

02:15:25 Paula Radcliffe GBR London 2003
02:18:47 Catherine Ndereba KEN Chicago 2001
02:19:12 Mizuki Noguchi JPN Berlin 2005
02:19:19 Irina Mikitenko GER Berlin 2008
02:19:36 Deena Kastor USA London 2006
02:19:39 Yingye Sun CHN Peking 2003
02:19:41 Yoko Shibui JPN Berlin 2004
02:19:46 Naoko Takahashi JPN Berlin 2001
02:19:51 Chunxiu Zhou CHN Seoul 2006


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| 23.09.2008 | „Wenn ich an den Start gehe, möchte ich auch gewinnen“

Irina Mikitenko spricht im Interview vor ihrem Start am Sonntag beim 35. real,- Berlin-Marathon über ihre Form, ihre Ziele in Berlin und in der nächsten Zukunft sowie die Erfahrung, den Olympia-Marathon nur vor dem Fernseher erlebt zu haben.


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Im Sommer verhinderte ein Rückenproblem Ihren Start bei den Olympischen Spielen. Nun rennen Sie in Berlin statt in Peking. Wie lief das Training in den letzten Wochen und Monaten?
 
Irina Mikitenko: „Es war auch im Vorfeld von Olympia nicht so, dass ich gar nicht trainieren konnte. Ausdauertraining war immer möglich, aber ich war lange Zeit einfach nicht in der Lage, schnelle Trainingseinheiten zu rennen. Da bekam ich Rücken- und Beckenbeschwerden, so dass ich auf Peking leider verzichten musste. Seit rund vier Wochen kann ich jetzt aber auch wieder schnellere Läufe machen, so dass ich mich auf Berlin gut vorbereiten konnte. Ich habe Trainingswochen mit 180 bis 200 Kilometern hinter mir.“
Wie lief Ihr Training verglichen zum Frühjahr, als Sie den London-Marathon gewannen?

Irina Mikitenko: „Durch die Verletzung ist das alles anders gewesen und man kann das nicht vergleichen. Aber die gute 10-km-Zeit bei den Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zeigt mir, dass meine Form gut ist – vielleicht ähnlich wie vor London.“

Mit welchen Zielen fahren Sie nach Berlin?

Irina Mikitenko: „Ich werde mein bestes geben und mein Ziel ist eigentlich bei jedem Rennen, dieses auch zu gewinnen. Wenn man von vornherein mit einem dritten Platz zufrieden ist und sich quasi geschlagen gibt, dann braucht man doch gar nicht erst zum Wettkampf zu fahren. Ich möchte in Berlin auch meine Bestzeit weiter steigern und unter 2:24 Stunden laufen. Dort gut zu laufen, wäre auch ein gutes Zeichen im Hinblick auf den WM-Marathon in Berlin im nächsten Jahr.“

Sie sind in diesem Jahr noch ungeschlagen.

Irina Mikitenko: „Ja, ich habe alle meine sechs Rennen gewonnen. Das ist natürlich auch eine große Motivation und man geht dann sehr selbstbewusst in den nächsten Wettkampf. Der Sieg in London war natürlich der Höhepunkt, so ein Erfolg beflügelt. Und in Berlin riefen mir beim Avon-Frauenlauf im Mai die Zuschauer zu: ,Danke für London’. Das war toll, und so hoffe ich, dass ich jetzt auch den real,- Berlin-Marathon gewinnen kann.“

Sind Sie seit Ihrem Wechsel zum Marathon so stark wie nie zuvor?

Irina Mikitenko: „Ich denke ja. Das hängt auch damit zusammen, dass mir seit dem Wechsel zum Marathon das Training viel mehr Spaß macht. Dies wiederum kommt einerseits dadurch, dass alles gut läuft und ich Erfolg habe. Es hängt aber auch damit zusammen, dass ich weiß, dass ich mich noch weiter verbessern kann. Man erhält zusätzliche Motivation, wenn man weiß, dass man noch nicht an seine Grenzen gestoßen ist. Ist das erst einmal der Fall, ist es schwieriger, sich im Training zu motivieren.“

Was sind Ihre nächsten Ziele nach Berlin?

Irina Mikitenko: „Im nächsten Jahr werde ich als Titelverteidigerin sicherlich in London starten. Und danach möchte ich bei der WM in Berlin Marathon laufen. Ich hoffe, das klappt.“

Wenn Sie in Berlin gewinnen und etwas Glück haben, könnten Sie sogar noch die World Marathon Majors-Serie 2007 – 2008 gewinnen. Schauen Sie auf diesen Punktestand?

Irina Mikitenko: „Ich konzentriere mich jetzt erst einmal vollkommen auf das Rennen in Berlin und will dort gut laufen. Danach sehen wir, wie es bei den folgenden Läufen der WMM mit den Punkten weitergeht.“

Haben Sie den Olympia-Marathon der Frauen im Fernsehen verfolgt? Was haben Sie sich bei dem Rennverlauf gedacht?

Irina Mikitenko: „Ja, ich habe mir das Rennen nachts im Fernsehen angeschaut und habe mich geärgert. Denn ich habe die große Chance gesehen, die ich durch die Verletzung verpasst habe. Irgendwann habe ich den Fernseher ausgeschaltet, denn ich konnte das nicht mehr sehen. Dann aber habe ich ihn wieder eingeschaltet, weil ich zu neugierig war und wissen wollte, wie es ausgeht.“

Das lässt sich aus der Ferne vielleicht schwer sagen – meinen Sie, dass Sie den Mut gehabt hätten, mit der späteren Siegerin Constantina Tomescu-Dita mitzulaufen, als diese sich vor der Halbmarathonmarke aus der Spitzengruppe löste?

Irina Mikitenko: „Eigentlich bin ich ein Typ, der etwas riskiert und daher glaube ich, dass ich mitgelaufen wäre … aber das ist natürlich immer schwer zu beurteilen von zu Hause. Ich weiß ja zum Beispiel nicht, wie ich mit den Bedingungen klargekommen wäre.“

Wie sieht es aus mit Olympia 2012?

Irina Mikitenko: „Das ist sicherlich noch ein weiter Weg, aber London ist ein Ziel.“


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| 15.09.2008 | Start beim real,- Berlin-Marathon


Irina Mikitenko lief 2007 als Zweite beim real,- Berlin-Marathon ein glänzendes Debüt.
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Zwei Tage nach ihrem glänzenden Rennen bei den Deutschen 10-km-Meisterschaften in Karlsruhe hat sich Irina Mikitenko entschieden: Sie wird beim real,- Berlin-Marathon am 28. September an den Start gehen. Bei dem Rennen, das zu den World Marathon Majors (WMM) gehört, war Irina Mikitenko vor einem Jahr ein bemerkenswertes Debüt über die 42,195 km gelaufen. Damals wurde sie Zweite in 2:24:51 Stunden. Beim Flora London-Marathon, den sie im April überraschend gewonnen hatte, verbesserte sie sich auf die offizielle deutsche Rekordzeit von 2:24:14 Stunden. Aufgrund dieses Sieges führt sie zudem die WMM-Serie 2008 – 2009 an. „Es ist schwierig, bei einem Marathon ein Ergebnis zu prognostizieren. Aber wenn ich an den Start gehe, will ich immer gewinnen“, sagt die 36-jährige Läuferin des TV Wattenscheid.

Hochklassig hatte sich Irina Mikitenko nach ihren Rückenproblemen, die einen Start beim olympischen Marathon verhindert hatten, am Sonnabend zurückgemeldet: Bei den Deutschen Meisterschaften über 10 km in Karlsruhe lief sie 30:57 Minuten. Mit dieser Zeit sortiert sie sich in der Liste der besten Läuferinnen aller Zeiten auf Rang acht ein. Das Ergebnis bedeutete neben einem deutschen Rekord auch eine Jahresweltbestzeit über die Straßendistanz.

Die Zeit von Karlsruhe deutet darauf hin, dass Irina Mikitenko ihre Marathon-Bestzeit auf der schnellen Berliner Strecke weiter steigern kann. „Es ist mein Ziel, eine Zeit unter 2:24 Stunden zu erreichen, aber ich kann nicht genau sagen, was möglich ist“, sagt Irina Mikitenko. „Berlin zu gewinnen, ist eine besondere Herausforderung. Dort gut zu laufen, wäre auch ein gutes Zeichen im Hinblick auf den WM-Marathon in Berlin im nächsten Jahr.“ Die 36-Jährige könnte in Berlin als erste Deutsche nach Uta Pippig 1995 gewinnen. Schärfste Konkurrentin dürfte am 28. September die Äthiopierin Askale Tafa sein. Sie steigerte sich im Januar beim Dubai-Marathon auf 2:23:23 Stunden. Stark einzuschätzen sind in Berlin zudem die beiden Kenianerinnen Rose Cheruiyot (2:25:48) und die Vorjahres-Dritte Helena Kiprop (2.26:27).

„Berlin war für mich immer ein gutes Pflaster – egal ob bei meinem deutschen Rekord über 5.000 Meter, beim Marathon, Halbmarathon oder Avon-Frauenlauf“, erklärt Irina Mikitenko, warum die Wahl auf den real,- Berlin-Marathon fiel.


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| 13.09.2008 | Perfekter Test: deutscher 10-km-Rekord, achtschnellste aller Zeiten

Hochklassig hat sich Irina Mikitenko nach ihren Rückenproblemen, die einen Start beim olympischen Marathon verhindert hatten, zurückgemeldet: Bei den Deutschen Meisterschaften über 10 km in Karlsruhe lief die 36-jährige Athletin des TV Wattenscheid zu einem eindrucksvollen Sieg in 30:57 Minuten. Mit dieser Zeit sortiert sie sich in der Liste der besten Läuferinnen aller Zeiten auf Rang acht ein! Das Ergebnis bedeutete neben einem deutschen Rekord auch eine Jahresweltbestzeit über die Straßendistanz.


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„Ich wollte gewinnen und testen, wo ich nach der Wettkampfpause stehe“, sagte Irina Mikitenko, die bei kühler und nasser Witterung auf der Rundstrecke von Beginn an die Initiative ergriffen hatte. In der ersten der vier Runden lief Irina Mikitenko noch zusammen mit Sabrina Mockenhaupt (Köln Marathon), danach konnte ihre Rivalin nicht mehr mithalten. Mockenhaupt wurde schließlich Zweite in flotten 31:50 Minuten, Susanne Hahn (schlau.com Saarbrücken) belegte Rang drei mit 32:53.

„Als ich bei 5 km die Zwischenzeit von 15:27 Minuten sah, dachte ich, oh, das ist ja ganz schön schnell. Ich habe dann versucht das Tempo zu halten und hatte keine Probleme“, sagte Irina Mikitenko, die in Karlsruhe ihren eigenen, fünf Jahre alten deutschen Rekord (31:28) brach. Die Jahresweltbestzeit von Hilda Kibet (Holland) verbesserte sie um vier Sekunden. „Ich werde einen Herbst-Marathon laufen. Da ich mich heute sehr gut gefühlt habe, werde ich schnell entscheiden, wo ich laufen werde“, sagte Irina Mikitenko, die in Karlsruhe ihre lupenreine Serie fortsetzte: Sie hat alle ihre sechs Rennen dieses Jahres gewonnen. Höhepunkt war dabei der Triumph beim London-Marathon im April.


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| 11.09.2008 | Start bei Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften


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Rund dreieinhalb Monate nach ihrem letzten Rennen wird Irina Mikitenko am Sonnabend erstmals wieder an den Start gehen. Sie läuft bei den Deutschen Meisterschaften im 10-km-Straßenrennen in Karlsruhe am 13. September.

Die Läuferin des TV Wattenscheid, die aufgrund eines Problems im Bereich des Rückens und Beckens auf den geplanten Marathon-Start bei den Olympischen Spielen in Peking verzichten musste, kann seit rund drei Wochen wieder Tempoläufe trainieren. „Ausdauertraining war nie ein Problem, aber Tempoläufe waren zeitweise einfach nicht möglich“, sagt die 36-jährige Läuferin des TV Wattenscheid.

Die Überraschungs-Siegerin des Flora London-Marathon plant im Herbst einen Marathonstart. „Bei den Deutschen 10-km-Meisterschaften will ich mein bestes geben und sehen, wo ich stehe. Danach entscheide ich dann, wo ich Marathon laufen werde“, erklärte Irina Mikitenko.


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| 03.08.2008 | Olympia-Aus aufgrund von Rückenproblemen


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Irina Mikitenko muss auf ihren geplanten Start bei den Olympischen Spielen verzichten. Ein Problem im Bereich des Rückens und Beckens stoppt die Marathonläuferin des TV Wattenscheid, die in Topform in Peking durchaus für eine Überraschung hätte sorgen können. Mit ihrem Sieg beim London-Marathon im April gegen hochkarätige Konkurrenz hatte sie sich in der Weltelite etabliert. Doch nun musste Irina Mikitenko ihre Teilnahme an dem olympischen Klassiker absagen. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich nicht bei den Olympischen Spielen über die Marathondistanz antreten kann“, sagt Irina Mikitenko und fügt hinzu: „Ich wollte nur an den Start gehen, wenn ich auch in entsprechender Form bin und nicht als ,Touristin’ nach Peking reisen.“

Bereits seit mehreren Wochen behinderten die 35-Jährige Rückenprobleme beim Training. So konnte sie keine schnellen Tempo-Ausdauerläufe absolvieren, die in der Vorbereitung auf den Marathon eine entscheidende Rolle spielen. Am Ende lief Irina Mikitenko die Zeit davon. Sie hatte keine Chance mehr, rechtzeitig für Olympia in Form zu kommen.

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| 26.05.2008 | Erneuter Sieg in London


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Irina Mikitenko bleibt im Olympiajahr ungeschlagen. Die 35-jährige Läuferin des TV Wattenscheid gewann heute die Premiere der ,London 10.000’. Bei dem hochkarätigen 10-km-Straßenlauf durch die britische Metropole siegte Irina Mikitenko trotz Regen, Wind und kühlen Temperaturen von rund 10 Grad überlegen in 32:02 Minuten vor der Britin Mara Yamauchi (32:26) und der Ungarin Aniko Kalovics (32:59). Damit hat sie 2008 alle ihre bisher fünf Rennen gewonnen, darunter den London-Marathon im April in deutscher Rekordzeit von 2:24:14 Stunden.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen bei sehr unangenehmen Wetterbedingungen auf einem welligen Kurs. Schade, dass es nicht ganz zu einer Zeit von unter 32 Minuten gereicht hat, aber der fünfte Sieg in Folge war mir wichtiger als die Zeit“, sagte Irina Mikitenko, die die erste Hälfte in 16:18 Minuten gelaufen war. Danach forcierte sie das Tempo und ließ die Yamauchi und Kalovics hinter sich. Irina Mikitenko wird sich nun auf den Marathon bei den Olympischen Spielen vorbereiten. „Vielleicht laufe ich in der Vorbereitung auf Peking noch einen Halbmarathon“, erklärte sie.

Bei den Männern siegte in London Micah Kogo. Der kenianische Weltklasseläufer rannte auf dem Kurs, der teilweise identisch ist mit der olympischen Marathonstrecke im Jahr 2012, 28:08 Minuten und hatte sieben Sekunden Vorsprung vor dem Halbmarathon-Weltmeister Zersenay Tadese (Eritrea). Dritter wurde der Brite Mo Farah in 28:39. Über 6.000 Läufer gingen an dem Feiertag in London an den Start.

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| 17.05.2008 | Auch beim Berliner Frauenlauf eine Klasse für sich

Im Olympiajahr 2008 ist Irina Mikitenko weiterhin nicht zu schlagen. Viermal ist die Läuferin des TV Wattenscheid bisher an den Start gegangen – und jedes Mal hat sie gewonnen. Im Alter von 35 Jahren erlebt die zweifache Mutter die beste Frühsaison ihrer Karriere. Nach dem Streckenrekord beim Paderborner Halbmarathon im März (68:51 Minuten) folgte der größte Erfolg ihrer Karriere im April: der überraschende Triumph beim London-Marathon mit deutscher Rekordzeit von 2:24:14 Stunden. Im Alleingang wurde sie dann vor gut zwei Wochen Deutsche Meisterin über 10.000 m, und nun gewann Irina Mikitenko auch den Avon-Running Frauenlauf in Berlin, bei dem die Rekordzahl von 13.048 Teilnehmerinnen registriert wurde, überlegen.

Über die 10-km-Distanz im Berliner Tiergarten lief sie bei der 25. Auflage des Rennens dabei mit 32:24 Minuten die zweitschnellste je bei dieser Veranstaltung gelaufene Zeit. „Es war für mich ein Rennen aus dem Training heraus“, sagte Irina Mikitenko, die mit deutlichem Vorsprung vor Melanie Kraus (Bayer Leverkusen/33:23) und Carmen Siewert (LG Vorpommern Greifswald/35:07) gewann. Rund fünf Kilometer lang lief sie gemeinsam mit Melanie Kraus, die erst knapp zwei Wochen zuvor den Düsseldorf-Marathon gewonnen hatte. Dann konnte die Leverkusenerin nicht mehr mithalten. Das war keine Überraschung, auch nicht für Melanie Kraus. Irina Mikitenko laufe in einer anderen Liga, erklärte Melanie Kraus, die sich aber darauf freut, „gemeinsam mit ihr in Peking bei den Olympischen Spielen im Marathon an den Start zu gehen“.


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Bei ihrem lockeren Sieg verpasste Irina Mikitenko den sieben Jahre alten Kursrekord von Restituta Joseph (Tansania) nur um zehn Sekunden. Doch das störte sie nicht weiter: „Ich kannte die Marke nicht, ansonsten hätte ich sie brechen können.“

„Ich hoffe, dass ich die Siegserie fortsetzen kann“, sagt Irina Mikitenko mit Blick auf ihren
nächsten Start bei einem 10-km-Rennen am 26. Mai in London. „Aber das wird nicht so einfach, denn dort läuft unter anderen Jelena Prokopcuka.“ Die Lettin hat bereits zweimal den New York-Marathon gewonnen und plant bei Olympia einen Start über 10.000 m.

Trotz der Fragezeichen um Paula Radcliffe – die britische Marathon-Weltrekordlerin kann aufgrund einer Hüftverletzung zurzeit nicht trainieren und geht an Krücken – bleibt Irina
Mikitenko bezüglich ihres Marathon-Olympiastarts zurückhaltend. Eine Prognose gibt sie nicht ab, eine gute Platzierung ist ihr Ziel. „In Peking wird es ein taktisches Rennen geben. Wer am besten vorbereitet ist, der gewinnt.“
 
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| 03.05.2008 | Im Alleingang Deutsche Meisterin


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Auch ihr erstes Rennen nach dem Sieg beim Flora London-Marathon hat Irina Mikitenko gewonnen: Bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter lief sie in Menden praktisch konkurrenzlos zum Titel: Nach 31:57,71 Minuten war die 35-Jährige im Ziel und hatte damit auch eine deutsche Jahresbestzeit aufgestellt. Zur Olympianorm von 31:40 Minuten fehlten dabei nur knapp 18 Sekunden – diese Zeit allerdings war kein Ziel für Irina Mikitenko, die bei ihrem Rennen in Menden das komplette Feld überrundete.

„Ich konzentriere mich natürlich auf den Marathon-Start in Peking, daher hatte ich keinerlei Ambitionen die Norm über 10.000 Meter zu laufen“, erklärte Irina Mikitenko. Gut eineinhalb Minuten Vorsprung hatte sie bei den Deutschen Meisterschaften vor der zweitplatzierten Simret Restle (Eintracht Frankfurt/33:30,31). Dritte wurde die Juniorin Ingalena Heuck (LG Stadtwerke München) mit 34:43,07. Für Irina Mikitenko stehen nun in den nächsten Wochen noch zwei Straßenläufe auf dem Programm.

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| 14.04.2008 | Das Marathon-Programm: Peking – London – Berlin

Nach dem Triumph in London am Sonntag in 2:24:14 Stunden stehen für Irina Mikitenko die nächsten Marathontermine fest: Bei den Olympischen Spielen will die 35-Jährige eine starke Rolle spielen, an einem Start der Vorjahressiegerin und einem möglichen Duell mit der britischen Weltrekordlerin Paula Radcliffe wird danach im April 2009 in London kein Weg vorbei führen. Und dann möchte Irina Mikitenko bei den Weltmeisterschaften in Berlin antreten.

Irina Mikitenko, Sieg in London - © photorun.net
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Dabei wird es Irina Mikitenko nicht übertreiben: „Ich laufe lieber zwei gute Marathonrennen im Jahr als drei mittelgute.“ Die Folgen von mehr Starts konnte sie am Sonntag live bei ihren vermeintlich schärfsten Konkurrentinnen erleben: Sowohl für Berhane Adere als auch für Gete Wami (beide Äthiopien) war es der dritte Marathon-Start binnen weniger als sieben Monaten. Beide waren nicht in Topform in London und hatten in der Endphase des Rennens keine Chance gegen Irina Mikitenko.

„Ich habe in London gezeigt, dass ich als deutsche Athletin ganz vorne mitlaufen und sogar gewinnen kann“, sagt die Läuferin des TV Wattenscheid, die in Freigericht in der Nähe von Frankfurt wohnt. Mit Blick Richtung Olympische Spiele wagt Irina Mikitenko jedoch keine Prognose. „Ich bin sicher, dass es in Peking ein taktisches Rennen geben wird und kein schnelles. Wer am besten vorbereitet ist, der wird gewinnen.“ Bezüglich der Luftverschmutzung bei Olympia sagt sie: „Das wird sicher ein hartes Rennen, aber die Bedingungen sind für alle gleich.“

Im Hinblick auf eine weitere Steigerung ihrer Bestzeit setzt sie auf den London-Marathon 2009. „Ich würde mich freuen auf ein Duell mit Paula Radcliffe und hoffe, dass sie im nächsten Jahr hier am Start ist“, erklärte Irina Mikitenko, die aus Kasachstan stammt und seit zehn Jahren für Deutschland startberechtigt ist.

„Wenn man immer nur in Deutschland läuft, kann man sich nicht weiterentwickeln“, erklärt
Irina Mikitenko, warum sie die internationale Konkurrenz sucht und sich nicht für einen Start in Hamburg, Düsseldorf oder gar bei den Deutschen Meisterschaften in Mainz entschieden hat sondern in London lief.

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| 13.04.2008 | Sensationeller Sieg beim Flora London-Marathon

Mit einer sensationellen Leistung ist Irina Mikitenko in London in die Marathon-Weltelite gestürmt. Die 35-jährige Läuferin des TV Wattenscheid gewann das hochklassigste Rennen über die klassische Distanz in diesem Frühjahr in 2:24:14 Stunden. Irina Mikitenko ist erst die zweite deutsche Siegerin des Flora London-Marathons nach Katrin Dörre-Heinig, die das Rennen dreimal zwischen 1992 und 1994 gewonnen hatte. Es ist zudem der erste deutsche Sieg bei einem der World Marathon Majors (WMM)-Rennen seit 1996. Damals hatte Uta Pippig beim 100. Boston-Marathon triumphiert.

Irina Mikitenko verbesserte in dem Lauf mit rund 35.000 Teilnehmern zudem den deutschen Rekord von 2:24:35 Stunden, den Katrin Dörre-Heinig 1999 in Hamburg aufgestellt hatte. Die schnellste deutsche Zeit allerdings lief Uta Pippig 1994 in Boston mit 2:21:45. Da in Boston Start und Ziel weit auseinander liegen (Punkt-zu-Punkt-Strecke), werden diese Ergebnisse nach den aktuellen Regeln nicht mehr als offizielle Rekorde geführt.

Irina Mikitenko, Sieg in London - © photorun.net
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Das Männerrennen gewann bei fast perfekten Wetterbedinungen – nur am Ende setzte starker Regen ein – der Vorjahressieger Martin Lel. Der 29-jährige Kenianer stellte mit der Weltklassezeit von 2:05:15 Stunden einen Streckenrekord auf und triumphierte vor seinem Landsmann Sammy Wanjiru (2:05:24) sowie Abderrahim Goumri (Marokko/2:05:30). Zum ersten Mal blieben in einem Marathonrennen drei Läufer unter 2:06 Stunden.

In Berlin war Irina Mikitenko vor gut einem halben Jahr als Zweite bereits ein starkes Debüt in 2:24:51 Stunden gelaufen. Mit einem mutigen Rennen rannte sie nun in London in ihrem zweiten Marathon zum ersten Sieg. Immer wieder war es die Deutsche, die das Tempo an der Spitze bestimmte und forcierte. Die favorisierte Gete Wami (Äthiopien), die im vergangenen Jahr die erste Serie der World Marathon Majors gewonnen hatte, und die aktuelle Chicago-Marathon-Siegerin Berhane Adere (Äthiopien) hielten sich zurück. Offenbar hatten sie die frühere Weltklasse-5000-m-Läuferin Irina Mikitenko nicht auf der Rechnung.

„Ich habe mich topfit gefühlt und wollte noch schneller laufen“, sagte Irina Mikitenko, die glaubt, dass eine Zeit um 2:21 Stunden für sie möglich ist. „Bei Kilometer 30 wusste ich, dass ich eine Siegchance haben würde.“ Vier Kilometer vor dem Ziel löste sie sich von den letzten zwei Konkurrentinnen. Svetlana Zakharova (Russland/2:24:39) und Gete Wami (2:25:37), die bei Kilometer 30 ins Stolpern gekommen und sogar hingefallen war, hatten der Schlussoffensive von Irina Mikitenko nichts mehr entgegen zu setzen. Sie belegten die Ränge zwei und drei. 

Nach diesem wegweisenden Erfolg dürfte Irina Mikitenko auch beim olympischen Marathon in Peking eine gute Rolle spielen können. Allerdings fehlten in London unter anderem die Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) und die Athen-Olympiasiegerin Mizuki Noguchi (Japan).

In der neuen Serie 2008 – 2009 der World Marathon Majors (WMM), bei denen die Läufer in Boston, London, Berlin, Chicago, New York sowie bei Olympia und Weltmeisterschaften Punkte sammeln, liegt nun erstmals eine Deutsche auf Rang eins. Die Sieger erhalten am Ende 500.000 Dollar.
 
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| 22.03.2008 | Streckenrekord in Paderborn


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Mit einem Streckenrekord begann Irina Mikitenko ihre Straßenlauf-Saison: Beim Paderborner Osterlauf rannte sie über die Halbmarathondistanz von exakt 21,0975 km 68:51 Minuten – und dies in kalten Temperaturen mit einer Mischung aus Schnee und Regen. Dies war eine persönliche Bestzeit für die 35-Jährige. So schnell wie sie war über zehn Jahre lang keine deutsche Läuferin über diese Distanz.

Irina Mikitenko ging bei den schwierigen Bedingungen in Paderborn unmittelbar nach dem Start in Führung und war nie gefährdet. „Es lief überraschend gut“, erklärte die Läuferin des TV Wattenscheid, die ihre eigene Bestzeit um 55 Sekunden steigerte. Mit deutlichem Rückstand wurde die Kenianerin Emily Kimuria Zweite in 1:15:43 Stunden. Den Kursrekord hielt in Paderborn zuvor eine kenianische Weltklasseläuferin: Joyce Chepchumba war 1997 dort 69:24 Minuten gelaufen.
 
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